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Für Europa und die Demokratie einstehen – Claudia Roth zu Besuch am Salvatorkolleg


Einen Abschluss der besonderen Art erhielt der Europatag am Salvatorkolleg. Zwar fand dieser bereits am 3. Mai statt, doch stand schon damals fest – und dies wurde auch so im Programmheft festgehalten – dass mit knapp drei Wochen zeitlichem Abstand Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth das Gymnasium Salvatorkolleg besuchen und, unter anderem, zum Thema Europa sprechen wird. Am Mittwoch, den 22. Mai war es nun so weit.

Eine gewisse Präsenz ist für jeden erfolgreichen Politiker unabdingbar – und für jede Politikerin. Claudia Roth jedenfalls hat reichlich davon, das wird bereits klar, als sie das Lehrerzimmer, die erste Station ihres Besuches am Salvatorkolleg, betritt. Die Stimmung ist gut, Frau Roth erzählt über ihre eigene Schulzeit, über geliebte und weniger geliebte Schulfächer. Das Gespräch im Lehrerzimmer kreist um die Themen Abitur, Föderalismus, Jungen- und Mädchenbildung. Das für sie – und für die Kolleginnen und Kollegen – vorbereitete Brezelfrühstück lässt sie aus, es geht sofort weiter zu den Schülern.

Im Foyer der Schule warten derweil die Schülerinnen und Schüler der Kursstufe. Zu Beginn trägt die Klasse 8d noch einmal die Klangcollage aus den Hymnen Europas vor, welche sie am Europatag erarbeitet und „uraufgeführt“ hat. Danach spricht Claudia Roth vor den Jugendlichen der Klassenstufen 11 und 12: Sie beginnt da, wo sie im Lehrerzimmer aufgehört hat, erzählt von ihrer Schulzeit im bayerisch-schwäbischen Krumbach und ihrem Werdegang nach der Schule. Bereits in jungen Jahren arbeitet sie als Dramaturgie-Assistentin, wird später Managerin der Band „Ton Steine Scherben“ und geht schließlich in die Politik. Was sie den Schülerinnen und Schülern vermitteln möchte: Es lohnt sich, seinen eigenen Weg zu gehen und seinen Ideen und Wünschen zu folgen.

Danach sind die Schüler an der Reihe. Frau Roth beantwortet die Fragen der Kursstufler. Was bei einem solchen Anlass nicht selbstverständlich ist: Tatsächlich gibt es mehr Fragen, als in der knapp bemessenen Zeit beantwortet werden können. Die meisten davon drehen sich um die Partei, die gewissermaßen das genaue Gegenteil der Grünen darstellt: die AfD. Auf die Frage einerseits nach dem unerwarteten Aufstieg der Partei, andererseits nach dem Anspruch der AfD, von den übrigen Parteien fair behandelt und nicht von vornherein stigmatisiert zu werden, antwortet sie ausführlich und sachkundig – und zeigt dabei klar Position: Zu einer pluralistischen Demokratie gebe es keine Alternative. Dies gelte auch und besonders im Rahmen Europas, wo in vielen Ländern Populisten auf dem Vormarsch sind. Frau Roth ermutigt die Schülerinnen und Schüler, sich für die Demokratie zu engagieren, die Achtzehnjährigen unter ihnen ruft sie auf, in jedem Fall zur Wahl zu gehen.

Zum Ende des Vortrags und der Diskussion tritt das Vokalensemble auf und gibt zwei Lieder aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ zum Besten. Frau Roth wird mit einem Blumenstrauß verabschiedet, bleibt aber noch, um den Foto- und Selfie-Wünschen der Schülerinnen und Schüler gerecht zu werden.

Markus Benzinger

>>> zum Artikel in der SZ (23. Mai 2019)

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