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In Memoriam Richard Schahl (1928 – 2020)

Am Dienstag, dem 21. Januar 2020 ist Herr Richard Schahl, Freund und großzügiger Förderer des Salvatorkollegs Bad Wurzach, im Alter von 91 Jahren in München verstorben.
Richard Schahl wurde am 24.11.1928 in Stuttgart geboren, wo er auch zur Schule ging und Ende der 1940er-Jahre eine Ausbildung als Drogist machte. Nach einigen Berufsjahren wanderte er nach Bogotá/Kolumbien aus. Hier machte er rasch Karriere, die die Grundlage für seinen späteren Erfolg als Unternehmer in Deutschland bildete.
In die südamerikanische Zeit fiel die Hochzeit mit seiner Frau Hera, die er bereits in Deutschland kennengelernt hatte. In Kolumbien lernte er ebenfalls die Salvatorianer kennen. Hier nahm eine lebenslange Freundschaft mit dem Salvatorianerpater und Künstler Ivo Schaible ihren Anfang.
Als Richard Schahl 1964 nach Deutschland zurückkehrte gründeten er und seine Frau eine über die Jahre sehr erfolgreiche Firma für Speziallampen. Auch nach dem Verkauf der Firma 1994 war Richard Schahl als Berater seines ehemals eigenen Unternehmens und als Berater für andere Unternehmen tätig.
Der Freundschaft mit P. Ivo Schaible ist 2012 die Gründung des Schahl-Kunstverlages geschuldet. Dieser Verlag gibt verschiedene Bände mit Werken des Künstlers heraus.
Im Jahr 2013 schließlich gründete das Ehepaar Schahl die gemeinnützige „Hera-und-Richard-Schahl-Stiftung“, die Herr Schahl bis zuletzt als Mitglied des Stiftungsrates begleitete.
Die Hera-und-Richard-Schahl-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Menschen dabei zu unterstützen, ins Ausland zu gehen und dort Erfahrungen zu machen, die über den eigenen Tellerrand hinausführen. Hera und Richard Schahl wollten mit der Stiftungsgründung Kindern und Jugendlichen ermöglichen, die Erfahrungen zu machen, die sie selbst gemacht haben: dass es wichtig ist, „nicht nur mit offenen Augen und Ohren durch die Welt zu gehen, sondern auch mit offenem Herzen …, um dadurch zu einer Akzeptanz des Anderen und zu einem Respekt vor ihm zu gelangen.“ (R. Schahl 2016)
Die Freundschaft zu den Salvatorianern führte schon kurz nach Gründung der Stiftung zu einer Begegnung zwischen Vertretern des Salvatorkollegs und dem Ehepaar Schahl. Schnell wurde klar, dass die Ausrichtung der Stiftung sich mit dem Anliegen trifft, das das Salvatorkolleg unter dem Profilelement „Universalität“ formuliert: Auslandserfahrungen für junge Menschen zu ermöglichen. Es entwickelten sich sehr schnell ein intensiver Austausch und persönliche Beziehungen. Seit 2014 werden Schülerinnen und Schüler des Salvatorkollegs äußerst großzügig durch Stipendien der Hera-und-Richard-Schahl-Stiftung unterstützt. Allein in diesem Schuljahr können dadurch 18 Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Formaten eine Auslandserfahrung machen.
Wir sind froh, dass wir als Geste unseres Dankes im Frühjahr 2018 im Foyer des Salvatorkollegs eine Ausstellung mit Werken von P. Ivo Schaible realisieren konnten. Anlässlich des 90. Geburtstages von Richard Schahl und des ersten Todestages von Hera Schahl wurden „Bilder einer Freundschaft“ aus dem Bestand des Ehepaars Schahl gezeigt. Seine Dankesrede beschloss Richard Schahl damals mit folgenden Worten: „Ihnen, liebe Wurzacher Gymnasiasten, empfehle ich, aus eigener – nicht immer leichten – Erfahrung, diese Idee eines Fremdsprachen- und Lernaufenthaltes in anderen Ländern ernsthaft zu bedenken. Wer realistisch ist und wirklich weiterkommen will, wird Erfolg haben, zu seinem eigenen Nutzen und dem der Familie und Heimat.“
Das Gymnasium Salvatorkolleg und die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Schahl-Stiftung sind Richard Schahl zu großem Dank verpflichtet. Sein großmütiges Wesen, seine Weltoffenheit und das echte Interesse an der Entwicklung der Schule und vor allem an der Entwicklung der jungen Menschen haben uns beeindruckt. Der unkomplizierte Umgang mit ihm, verbunden mit einer herzlichen Großzügigkeit, haben uns immer wieder überrascht. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.