Sycotec – Vom Zulieferer zum kleinen aber feinen Global Player


Am Montag den 23.01.2012 begab sich der Wirtschaftskurs zusammen mit Hr. Notz zum in Leutkirch ansässigen Unternehmen Sycotec. Um zehn Uhr wurden wir vom Geschäftsführer Dr. Rickert persönlich begrüßt und nach einer kurzen Einführung durften wir einer Präsentation des Personalchefs Bernhard Gräser folgen. Neben Sycotec wurden auch die beiden anderen Unternehmen der Sanavis-Gruppe präsentiert. Dies sind zum einen die Firma SciCan aus Kanada und der französische Konzern MicroMega.

Das besondere an dieser Gruppe ist die Tatsache, dass alle drei Unternehmen zu gleichen Teilen denselben Gesellschaftern gehören. Neben Dr. Rickert ist dies ein stiller Gesellschafter. In der Präsentation wurden uns die Unternehmensstrukturen und das Zusammenwirken der Konzerne gezeigt. Hierbei zeigte sich deutlich, wie die Gesellschafter die Firmenstruktur Sycotecs durch den gezielten Zukauf der Firmen SciCan und MicroMega von einem Zulieferer zu einem spezialisierten kleinen aber feinen Global Player im Bereich Dentaltechnik entwickeln. Die drei Unternehmen ergänzen sich in ihren Fachbereichen sehr gut und Sycotec hat nun hausintern eigene Kunden für seine „Miniatur-“Hochleistungsantriebe. Durch den Zukauf konnte gleichzeitig das Problem des Aufbaus einer neuen Marke und neuer Distributionswege gelöst werden, was beides zuvor als Zulieferer von KAVO nicht notwendig war. Der gemeinsame Nenner dieser drei Firmen ist letztlich die Herstellungen von Maschinen und Geräten für die Zahnmedizin.

Nach der Präsentation folgte eine Betriebsführung bei Sycotec. In zwei Gruppen wurden wir von Hr. Gräser und einem weiteren Mitarbeiter durch das komplette Unternehmen geführt. Dabei konnten wir einen exklusiven Einblick in die Produktion und in die Entwicklung speziell von Miniaturhochleistungsmotoren (Drehfrequenzen bis 100.000 U/min bei Leistungen von 150-3600 Watt) erhalten.

Das Highlight des Tages war sicherlich die Diskussionsrunde mit Hr. Rickert und Hr. Gräser nach dem Mittagessen. Bei Kaffee und Gebäck konnten wir unsere Fragen stellen und unseren Horizont in wirtschaftlichen Bereichen erweitern. Hr. Rickert nahm dabei (fast) kein Blatt vor den Mund und plauderte aus dem Nähkästchen. Neben der oben schon erwähnten Umstrukturierung legte er uns unter anderem dar, dass ein Unternehmen eine hohe Eigenkapitalrendite haben sollte, denn ansonsten „könnte man das Geld auch mit geringem Risiko bei der Bank anlegen“ und würde dort ohne Probleme 6 % bekommen. Wegen des unternehmerischen Risikos sollte schon eine Eigenkapitalrendite von ca. 11-12 % möglich sein. Interessant war auch der Aufwand, den man als Geschäftsführer aufbringen muss. 80-Stunden-Wochen seien keine Seltenheit und zu extremen Zeiten schläft man circa 100 Tage im Jahr in irgendwelchen Hotelbetten im Ausland.

Diese eineinhalbstündige Diskussion rundete den gelungenen Tag ab. Unser Dank gilt zum einen Hr. Notz, der diesen Event organisiert hatte. Vor allem möchten wir uns aber bei Hr. Rickert und Hr. Gräser bedanken, dass sie sich trotz den Umstrukturierungsmaßnahmen, welche zurzeit vollzogen werden, so geduldig und engagiert um uns bemüht haben und auch kritische Fragen von unserer Seite beantwortet haben.

Stefan Fimpel, Marco Müller und Alexander Notz

Bilder der Besichtigung