MACHT HOCH DIE TÜR...

Das allseits bekannte Adventslied „Macht hoch die Tür“ bildete den Rahmen für das diesjährige Adventskonzert des Salvatorkollegs, indem es zu Beginn des Konzerts von den Schlossbläsern, zum Finale von Chor, Bläsern und Besuchern noch einmal intoniert wurde. Dazwischen erwartete den Besucher – sofern er in der bis zum Bersten gefüllten Kirche St. Verena überhaupt einen Sitzplatz ergattern konnte – mehr als eine Stunde großartiger geistlicher Musik von jungen Interpreten. Traditionell bestand die Auswahl der Musikstücke fast ausschließlich aus solchen, die der Epoche des Barock zuzurechnen sind. Als ebenso traditionell kann die hohe Qualität der Streicher-AG unter der Leitung von Edeltraut Häusle bezeichnet werden. Neben erstklassigen Interpretationen von Bach und Fischer konnten insbesondere die Variationen über „ O Heiland reiß’ die Himmel auf“ überzeugen. In puncto Virtuosität standen die Schlossbläser ihren Streicherkollegen in nichts nach. Angefangen beim schon erwähnten Eröffnungsstück zu „Macht hoch die Tür“ über das alpenländische Weihnachtslied „O Wunder, was soll es bedeuten“ bis hin zum beeindruckend vorgetragenen „Intrada“ des Johann Pezelius vermochte das von Winfried Gray geleitete Ensemble die ganze Feierlichkeit und Kraft barocker Bläsersätze zu vermitteln. Dem entsprechend hatte es denn der Chor der fünften Klassen nicht leicht, den eigentlich nur als „Begleitung“ gedachten Bläsern stimmlich gegenzuhalten. Doch dass sich die Arbeit von Christine Braig und Manfred Gaupp gelohnt hat, wurde spätestens bei der fulminanten Weihnachtshymne von Felix Mendelssohn-Bartholdy deutlich, bei der die Unterstufenschüler gemeinsam mit dem „regulären“ Schulchor das Publikum bewegten. Bereits zuvor konnte der aus Lehrern und Schülern bestehende Chor seine Klasse zeigen, am überzeugendsten mit Händels Weihnachtsklassiker „Tochter Zion“. Ein besonderes Highlight des Konzerts stellte das Gesangssolo der Schülerin Maximiliane Ernst dar, deren Darbietung von Mozarts „Ave Verum“ den Zuhörern wohlige Schauer über den Rücken laufen ließ. Nicht zu vergessen ist die gänzlich erneuerte, von Claudia Wick geleitete Querflöten-AG, die sich zwar seit dem letzten Adventskonzert zahlenmäßig halbiert, demgegenüber aber nichts von ihrer Qualität eingebüßt hat. Doch nicht nur das geneigte Publikum hatte Grund zur Freude: Von den erbeteten Spenden, die erwartungsgemäß reichlich flossen, kann die von Salvatorianern geleitete St. Charles Lwanga Schule in der Demokratischen Republik Kongo dringend benötigte Anschaffungen tätigen.

Von Markus Benzinger