Latein-Exkursion der Klassen 9 nach Aalen und Rainau-Buch

Am Donnerstag, 16.Juli 2015, verließen wir um 7.45 Uhr Bad Wurzach Richtung Aalen. Während die Außentemperatur immer weiter stieg, bewahrten wir dank der Klimaanlage im Bus einen kühlen Kopf und verbrachten die zweistündige Fahrt mit einem lehrreichen Film über die Römer.
In Aalen angekommen, gingen wir zum Limesmuseum, das auf dem Gelände eines ehemaligen Reiterkastells errichtet ist, welches gleichsam die Kaserne einer eintausend Mann starken römischen Reitereinheit war, der ‚Ala Secunda Flavia‘. Diese Reiter beschützten in diesem Bereich den Obergermanisch-Rätischen Limes, die Grenzlinie zwischen Rom und Germanien im 2. u. 3. Jahrhundert n.Chr., heute ein Weltkulturerbe der Unesco. Eine nette Dame führte uns durchs Gelände, erklärte uns den Aufbau des Lagers, die Funktion der ausgestellten Statuen und die Wirkungsweise eines wiederaufgebauten römischen Baukrans. Danach betraten wir eine restaurierte Baracke, in der Reiter und Pferde zusammen untergebracht waren. Uns wurde erzählt, wie die römischen Pferde sich von den heutigen unterschieden, wie lange es dauerte, bis Pferd und Reiter sich aneinander gewöhnt hatten und was für ein Gewicht an Ausstattung so ein römischer Reiter mit sich herumschleppen musste. Der Helm (s.Foto) war allerdings überlebenswichtig. Im eigentlichen Museumsgebäude zeigte uns die Führerin einige Büsten von Kaisern und Feldherren, die mit dem Reiterkastell bzw. den Eroberungen in Germanien in Zusammenhang standen, und berichtete von deren Lebensgeschichten. Auch zeigte sie uns eine Anzahl antiker Alltagsgegenstände, die in der Region ausgegraben wurden. Zum Abschluss sahen wir im glücklicherweise klimatisierten Vorführraum des Museums einen Dokumentarfilm über das Reiterkastell.
Nach einer kurzen Busfahrt erreichten wir den Limespark Rainau-Buch, am Bucher Stausee gelegen, wo wir bei inzwischen 35°C unsere wohlverdiente Mittagspause einlegten und unseren ‚Akku‘ wieder aufluden, mit Essen und Trinken natürlich, aber auch mit Tretbootfahren oder einem Bad im kühlen Nass des Sees. Ab 14.30 Uhr wurde es dann ernst: wir begannen die direkt am See gelegenen Überreste des Kastells Buch und des zugehörigen Vicus (Lagerdorfs) abzulaufen und hielten bei kurzen Stopps unsere vorbereiteten Kurzreferate - eine angenehme Art der gegenseitigen Information! Nur: die pralle Sonne brannte unbarmherzig … die Köpfe wurden immer röter und die Flaschen immer leerer! Anschließend brachte uns der Bus zu einem kleinen Wald, an dessen Rand wir die Überreste der so genannten Teufelsmauer – der Limes war hier zeitweise eine drei Meter hohe gemauerte Grenzbefestigung – und einen rekonstruierten Wachturm besichtigen konnten. Weiter ging es mit dem Bus zum letzten Highlight unserer Exkursion: dem Limestor bei Dalkingen. Es wurde zu Ehren Kaiser Caracallas errichtet, der hier bei einem Feldzug gegen die Germanen den Limes überschritt. Heute ist es von einer modernen Glaskonstruktion überbaut, die die Hitze allerdings derart verstärkte, dass wir das Ganze nur von außen betrachteten. Nach zwei kurzen Referaten machten wir uns wieder auf den Weg in unsere Heimat. Großer Dank geht übrigens an die drei starken Jungs David, Maximilian und Oswin, die den Weg zum Tor für den Bus trotz einer Sperrung bis zur Baustelle frei gemacht und uns so mindestens 300 Meter Fußweg erspart haben.
Auf dem Heimweg lud der klimatisierte Bus zu einem Nickerchen ein, in dem wir von einem kühlen Bad träumten. Diesen Traum konnten wir nach unserer Ankunft um 19.00 Uhr in Bad Wurzach auch verwirklichen. Letztlich war es also eine sehr heiße und anstrengende, aber ebenso eine lehrreiche und äußerst informative, und immer wieder auch eine sehr lustige Exkursion, für die wir uns bei unseren Begleitlehrern, Frau Diem und Herrn Grupp, herzlich bedanken.

Oswin Butscher, Alida Gupta, Julia Wolf