Übersicht über die ersten 50 Jahre

Die Salvatorianer führten seit 1896 im Salvatorkolleg Lochau bei Bregenz (Österreich) ein Studienhaus mit humanistischer Ausbildung für Schüler, die Salvatorianer werden wollten. Der Kulturkampf in Deutschland machte eine Ansiedlung - nahe der deutschen Grenze - im Ausland notwendig. Nach dem 1. Weltkrieg schwoll die Zahl der Eintrittswilligen stark an, so dass die Leitung in Lochau sehr konkret an eine Erweiterung des Kollegs dachte. Pläne wurden erstellt, bzw. ließ man erstellen, Bauholz wurde schon ausgesucht. Da kam von der Generalleitung ein Stopp mit dem Hinweis, man sei in Deutschland auf der Suche nach einem zweiten Standbein. Eine konkrete Möglichkeit eröffnete sich, als 1921 die Salvatorianer in Wurzach die Wallfahrtsseelsorge auf dem Gottesberg übernahmen. P. Guerrikus Bürger machte das Generalat auf die Kaufmöglichkeit des neuen Schlosses in Wurzach aufmerksam. Schon am Ende des Jahres 1922 wurde notariell der Kaufvertrag geschlossen. Der Schlosspark und das Areal um das Schloss wurden vorerst gepachtet.
P. Guerrikus wurde noch im November 1922 beauftragt, den östlichen Teil des Schlosses für Internat und Schule einzurichten. Bis 1928 sollte das Schloss endgültig geräumt sein und für die Aufgabe ganz zur Verfügung stehen.
P. Lukas Klose kam als Leiter der Schule und des Internats an Ostern 1924 nach Wurzach. Es wurde zielstrebig für die Eröffnung gearbeitet: Am 16. Mai kam als erste Salvatorianerin Sr. Alexia mit zwei Postulantinnen aus Börwang, um den Haushalt zu führen. Es sollten im Laufe der Zeit noch mehrere Schwestern nachkommen. Am 24. Mai 1924 trafen die ersten 20 Schüler der 'Lateinschule' ein. Der Unterricht begann am 4. Juni 1924. Im Oktober bekam P. Lukas durch P. Paschalis Schmid einen zuverlässigen Mitarbeiter.
Das Kolleg sollte autark sein, um die meist armen Schüler ernähren zu können. Deshalb kauften sie 1924 trotz großer Geldsorgen einen Hof im nahen Wiesen. 1929 zogen die ersten Schüler aus Wurzach in die 6. Klasse nach Lochau. Wurzach wurde als Zubringerschule für Lochau bestätigt. So wurde es auch notwendig, dass ein Internatsanbau in Wurzach in die Wege geleitet wurde. Wie auf dem Plan zu ersehen ist, war an eine Erweiterung des Schlosses auch im Westen gedacht, so dass die Proportionen des Schlosses wieder stimmen würden.
P. Lukas verstand es, die Schüler zur Mitarbeit am Neubau zu begeistern, ohne die Schule zu vernachlässigen. So konnten mehr Schüler aufgenommen werden. Nach der Machtübernahme wurde 1934 für Osterreich die 1000 Mark-Sperre errichtet. Das brachte es mit sich, dass die Schüler nicht mehr nach Lochau umsiedeln konnten. Mit ständigen Schwierigkeiten hatte die Schule durch das Dritte Reich zu kämpfen, bis 1940 die totale Schließung verordnet wurde. Es folgten verschiedene Kauf- und Mietanträge. Am 2. August 1940 zeigt dann die Wehrkreisverwaltung Stuttgart Interesse am Schloss, um über 800 Korsen als Kriegsgefangene unterzubringen. 1942 kommen an ihrer Stelle über 600 Zivilinternierte der Kanalinsel Jersey ins Schloss. Im Juni 1945 kamen etwa 800 russische Gefangene für wenige Wochen ins Schloss, die hier auf ihren Abtransport in die Sowjetunion warten mussten. 
Nach dem Krieg begannen die Patres und Brüder, die schon aus dem Krieg zurück waren, das Haus zu reinigen, zu tünchen und von Ungeziefer zu befreien. Die Schule konnte am 5. November 1945 wieder mit ca. 160 Schülern eröffnet wer- den und erhielt im Jahre 1950 durch das Kultusministerium als private gymnasiale Vollanstalt die staatliche Anerkennung und die Berechtigung, die Reifeprüfung für die Schüler vorzunehmen.
Bereits im Schuljahr 1954 /55 überschritt die Schülerzahl die 300-Grenze.
1956 starb ganz unerwartet P. Dr. Reinhard Kempter, der seit 1950 die Leitung der Schule innehatte. P. Dr. Sebastian Weih wurde nun diese Bürde übertragen.
Es erfolgte ein kontinuierlicher Ausbau des Areals: 1956 konnte die neue Kollegskirche durch den Diözesanbischof Dr. Josef Leiprecht eingeweiht werden. 1959 wurde die Turnhalle erstellt.