Einladung zum Taizé-Gottesdienst am 24. September auf dem Gottesberg

Am kommenden Sonntag, den 24. September findet in der Kirche auf dem Gottesberg ein Taizé-Gottesdienst statt. Unter dem Motto „gemeinsam beten, singen, Gottes Nähe erspüren“ soll die typische Spiritualität der Abtei Taizé erlebbar gemacht werden. Der Gottesdienst beginnt, wie üblich, um 19:00 Uhr.

Für diejenigen Interessierten, die sich unter dem Begriff Taizé nichts vorstellen können, ist im Folgenden ein Erlebnisbericht der Schülerinnen und Schüler des Salvatorkollegs abgedruckt, die im vergangenen Juli in Begleitung von Stefanie Baur, P. Mariusz Kowalski und Dr. Matthias Hoch für etwas mehr als eine Woche nach Taizé gefahren sind:



Acht Tage in Taizé (16.-23. Juli 2017)

Tag 1 :
An einem sonnigen Sonntagmorgen machten sich 21 Schüler und Schülerinnen unter Begleitung von Matthias Hoch, Stefanie Baur und Pater Mariusz auf den Weg nach Taizé, gelegen inmitten unseres schönen, gastfreundlichen Nachbarlandes Frankreich. Nach einer 8-stündigen Fahrt kamen wir dann in der wunderbaren Taizé-Communauté an. Dort wurden wir nach einer längeren Wartezeit herzlich empfangen und in unsere Baracken eingeteilt. Nach dem ersten gewöhnungsbedürftigen Essen, welches sich im Laufe der Woche deutlich besserte, da der zugeteilte Kochdienst einsatzbereit war, ging es dann in die gesanglich sehr eindrucksvoll gestaltete  abendliche Messe in der riesigen Kirche, die als eine der größten in ganz Europa gilt. Dabei wurde in der Versöhnungskirche auf Bänke verzichtet und die Menschen sitzen alle gemeinsam auf dem Teppichboden. Während der Messe wurden Lieder aus der ganzen Welt gesungen, wobei die unbekannte Sprache kein Problem darstellte, da man von der singenden Menschenmasse mitgerissen und begleitet wurde. Neben dem wunderschönen Gesang war auch immer eine Stelle aus dem Evangelium Bestandteil des Gottesdienstes, sowie eine längere Schweigepause, die einem erlaubte über sich und die Welt nachzudenken. Wir alle waren uns nach dem ersten Abend einig, dass Taizé ein eindrucksvoller und einzigartiger Ort darstellt und dass die folgende Woche viel für uns bereithalten wird.

Tag 2:
Mit dem frühen, teils spärlich besuchten, aber dennoch entspannenden Morgengebet begann für uns ein neuer Tag in Taizé. Nach dem eher spartanisch gehaltenen Frühstück, bestehend aus einem Brötchen, einer Butter, zwei Stangen Schokolade und einem in einer Schüssel servierten Kakao oder Tee, besuchten wir die morgendliche Bibelstunde, von denen eine von Herr Hoch geleitet wurde. Dort wurde wie jeden Tag über einen Bibeltext diskutiert und Spiele gespielt, wobei wir andere Jugendliche aus den verschiedensten Ländern der Welt mit ihren unterschiedlichen Kulturen kennenlernten. Danach gab es ein Mittagsgebet mit anschließendem Mittagessen. In den darauffolgenden zwei Stunden hatten wir Freizeit, bevor es mit der Bibelgruppe weiterging, in der wir eine fiktive Taizé-Zeitung erstellten und anderen Jugendlichen Fragen über verschiedenste Dinge stellten.
Am Abend besuchten wieder alle den Gottesdienst und ließen den Tag am Oyak mit Crêpes und netten Gesängen ausklingen.

Tag 3:
Der Vormittag in Taizé wiederholte sich jeden Morgen, wobei immer verschiedene Bibeltexte behandelt wurden.
Der Nachmittag unterschied sich durch unseren Besuch der hauseigenen Quelle, die sich als  Ort der Stille und der Meditation herausstellte. Die Quelle ist zwar sehr idyllisch, an Baden war bei Betrachtung des Tümpels jedoch nicht zu denken. Außerdem war die Wahrung der Ruhe dem dort anwesenden Aufseher sehr wichtig, was zu einer angenehmen Atmosphäre führte, wo sich gut ein kurzes Nickerchen, inmitten der unberührten Natur mit ihren Klängen, machen ließ. Das Abendessen wurde im Beisammensein der gesamten „Wurzacher-Gruppe“ eingenommen, wodurch neue Erfahrungen ausgetauscht werden konnten.

Tag 4:
Jeden zweiten Tag mussten wir nachmittags mit unseren Bibelgruppen unseren Teil zur Sauberkeit in Taizé beisteuern, was sich jedoch als sehr viel spaßiger herausstellte als anfangs gedacht. Taizé funktioniert nämlich ohne wirkliches Organisations -und Leitungsteam, indem jeder eine Aufgabe übernimmt, wie zum Beispiel Kochen, Spülen oder Aufräumen. Nach der Abendmesse besuchten wir den Oyak, wo wir auf viele andere junge Leute trafen. Hier gab es immer wieder teils skurrile Spiele, an welchen man jedoch sehr schnell Spaß findet.


Tag 5:
Das Projekt unserer heutigen Bibelstunde war eine kreative Darstellung einer Bibelstelle, die dem Evangelium nach Matthäus entnommen war. Viele Gruppen entschieden sich für ein Lied, andere für einen Tanz oder ein Theaterstück. Eine Jury entschied über die besten Stücke, welche am nächsten Morgen vor allen vorgetragen wurden.

Tag 6:
An diesem Morgen machten wir uns auf den Weg zu einer mehr oder weniger nahegelegenen Bäckerei, in der wir neben Croissants und Baguette auch einen bekannten italienischen Schokoladenbrotaufstrich als Dankeschön für den leitenden Bruder der Bibelgruppe erwarben.
Am Nachmittag war es allen Besuchern Pflicht für eine Dreiviertelstunde zu schweigen, welche dazu diente, in sich zu kehren und zu Gott zu beten, jedoch durfte man auch seinen Gedanken freien Lauf lassen und zum Beispiel etwas Künstlerisches malen. Unsere Ruhezeit musste leider etwas früher beendet werden, da das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung machte und wir uns ins Trockne flüchten mussten. Um 17:00 traf sich die „Wurzacher-Gruppe“ zu einem von Pater Mariusz geleiteten Gottesdienst, der von ein paar engagierten Schülerinnen musikalisch begleitet wurde.
In Taizé wird jede Woche der Tod und die Auferstehung Jesu in den Gottesdienst mit einbezogen, wobei am Freitagabend das nachgebaute Franziskuskreuz abgenommen und in der Mitte der Kirche auf den Boden gelegt wurde. Es war eine vollkommen neue Erfahrung für uns, dass zahlreiche Menschen zu dem Kreuz hingegangen sind und ihren Kopf während sie beteten auf das Kreuz hielten. Es soll eine befreiende Wirkung haben, indem man all seine Schmerzen und sein Leid auf das Kreuz und somit auf Gott übertragen kann.

Tag 7:
Zum Abschluss dieser erlebnisreichen Woche fuhren wir in die nahegelegene Stadt „Cluny“,
wo wir den kleinen aber abwechslungsreichen Markt besuchten. Von grünem und pinkem Käse bis zu gepolsterten Stühlen war hier alles zu finden. In den Straßen Clunys spielten wir eine Partie lebensgroßes 4-Gewinnt, was sich als knifflige Sache erwies, da man kaum das ganze Spielfeld im Blick haben konnte. Beim herumschlendern in den schönen Gassen nahmen wir dann noch ein typisch französisches Mittagessen zu uns, bevor es mit dem Bus zurück nach Taizé ging. Da es sich an diesem Abend bereits um den letzten in dieser Woche handelte, wurde die Messe mit dem gemeinsamen Anzünden der Kerzen bereichert. Dabei bekommt Jeder am Eingang der Kirche eine kleine Kerze, welche im Laufe der Messe alle aneinander und ausgehend von nur einer Kerze angezündet werden. Das dabei entstandene Lichtermeer machte die Kirche noch eindrucksvoller und gibt einem das Gefühl, Teil etwas Besonderem und Magischem zu sein.


Tag 8:
Schon früh morgens tönte Musik aus den Waschräumen, da ganz Taizé am Packen war und sich bereit für den Aufbruch machte. Nach einer morgendlichen Wäsche und anschließendem Frühstück ging es dann auch schon zum letzten Mal in den Gottesdienst, welcher von Pater Mariusz begleitet wurde. Vor der Abfahrt blieb uns noch kurz  Zeit uns  von unseren neuen Freunden zu verabschieden und Nummern auszutauschen. Bei unserer Ankunft in Bad Wurzach wurden wir schon freudig von Familienmitgliedern erwartet und es war schön wieder zuhause zu sein. Dennoch war Taizé ein sehr spannendes und einzigartiges Erlebnis, welches wir alle jederzeit wiederholen und jedem weiterempfehlen würden.
Außerdem möchten wir unseren Lehrern Herr Hoch, Frau Baur und Pater Mariusz für die ganze aufwendige Planung und Geduld mit uns danken, da durch diese unsere Reise erst möglich gemacht wurde.

Anna-Lena Scheel, Mara Schneider, Theophil Völkel und Julian Wetzel