Menschenwürde und Demokratie sind unbedingt schützenswert! - Zum Vortrag von Robert Antretter (MdB a.D.) am Salvatorkolleg

„Ich möchte bei Ihnen keine Werbung für eine bestimmte Partei machen, sondern für die Demokratie, unsere humane Demokratie, wie sie sich in Deutschland in den letzten sieben Jahrzehnten entwickelt hat.“ Diese Worte wiederholte Robert Antretter, ehemaliger Bundestagsabgeordneter, dem Sinn nach mehrfach, als er am vergangenen Mittwoch, den 24. Mai, in der Mensa des Salvatorkollegs vor den Schülerinnen und Schülern der Kursstufe 2 sprach.


Die zweistündige Veranstaltung steht im Zusammenhang mit dem Profilelement Persönlichkeitsbildung (Personalität), das an unserer Schule eine wichtige Rolle spielt. In der Kursstufe ist in diesem Rahmen die Beschäftigung mit ethischen Themenstellungen besonders bedeutend. Der stellvertretende Schulleiter Klaus Amann, der auch die Veranstaltung moderierte: „Wir beschäftigen uns mit Ethik, weil sie wichtig ist für uns, unsere Lebensgestaltung und für die Gesellschaft. Die Abiturienten von heute sind diejenigen, die später wichtige Entscheidungen für die Gesellschaft treffen werden. Ethische Bildung ist demnach für die Zukunftsgestaltung wichtig.“


Aus diesem Grund lernen die Schülerinnen und Schülern der Kursstufe Personen kennen, die sich im Bereich der Ethik engagieren und Erfahrungen haben: Beim Philosophisch-Theologischen Forum im April 2016 war dies Herr Dr. Brüll, der lange Jahre der Leiter der Stabsstelle Ethik bei der Stiftung Liebenau war. Und nun ist dies Herr Robert Antretter, MdB a.D. und langjähriger Vorsitzender der Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.:


Dieser stellte im einleitenden Vortrag sich und seinen Weg in die Politik vor. Die drastischen Erfahrungen, die er als Kind zum Ende des Kriegs und in der direkten Nachkriegszeit machte, ließen in Robert Antretter (geb. 1939) die Haltung entstehen: „So etwas darf nicht mehr passieren!“ Bei seinem Weg in der Politik und später als Bundestagsabgeordneter waren dem bekennenden Katholiken immer Werte wichtig. Insbesondere Artikel 1 des Grundgesetzes: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Dies wirkte und wirkt sich aus auf seine Einstellung zur Frage des Schwangerschaftsabbruchs, des assistierten Suizids ebenso wie zur Frage der Inklusion.


Sichtlich beeindruckt von der Lebenserfahrung wie auch vom optimistischen Blickwinkel des routinierten Parlamentariers (1980-1998 für die SPD im Bundestag), der die momentane Politik der Regierung Merkel ausdrücklich lobte und den jungen Menschen die Demokratie heutiger Prägung als unbedingt schützenswertes Gut vorstellte, folgten die Abiturienten dem Vortrag. Im darauf folgenden Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern der Kursstufe 2 wurden über die Fragen zur Frauenquote und zur Rolle des Religionsunterrichts diskutiert.


Die gesamte Veranstaltung war für die Schülerinnen und Schüler interessant und auch Herr Antretter zeigte sich erfreut über die angeregte und differenzierte Diskussion mit den jungen Menschen: „Nach diesem Gespräch fahre ich hoffnungsvoller nach Hause als ich hergefahren bin.“
Die Schulleitung dankte Herrn Antretter mit einem Olivenöl aus Assisi.


Klaus Amann, Markus Benzinger