Zelt, Schule, Heimat – Zum Tag der offenen Tür am Salvatorkolleg, 21.02.16

Ein Zelt ist eine vorübergehende Behausung, ebenso eine Hütte und – bei genauer Betrachtung – auch eine Schule. Dieser Gedankengang stand im Mittelpunkt der Predigt des Schulseelsorgers P. Mariusz Kowalski beim einleitenden Schulgottesdienst. Das über seinem Kopf schwebende, fixfertig aufgebaute Igluzelt verdeutlichte diese Idee noch einmal ganz handfest. Angesichts des reichhaltigen Programms am Tag der offenen Tür, der am Sonntag, den 21.02. am Gymnasium Salvatorkolleg stattgefunden hat, könnte man diesen Gedanken noch weiterspinnen, und feststellen, dass eine Schule eigentlich eine Ansammlung vieler „Behausungen“ ist.

Zum einen sind am Salvatorkolleg die Naturwissenschaften zu Hause, was auch räumlich klar erkennbar ist. Und so verwandelten sich die Fachräume für Chemie, Biologie und Physik zu interaktiven „Mitmach“-Räumen für alle, insbesondere die Grundschüler, die sich für das Gymnasium interessieren. Ergänzt wurde das Angebot durch das „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ im NWT-Raum. Einen Einblick in ihre Tätigkeit gaben zudem die Schülerinnen und Schüler – wie auch die betreuenden Lehrkräfte – in den Projekten der Begabungsförderung: „Bierbrauen“ und „Lernen mit Robotern“. Ein weiterer Besuchermagnet in den Räumlichkeiten der Naturwissenschaften war die inzwischen schon traditionelle Chemie-Show des vierstündigen Chemiekurses (KS 1).

Einen wichtigen Raum nehmen im Hause Salvatorkolleg aber auch die Sprachen ein. Sie waren über viele Klassenzimmer verteilt und präsentierten Theaterstücke, zum Beispiel auf Latein („Pyramus et Thisba“) oder Französisch („Lisa à Paris“). Darüber hinaus gab es eine Inszenierung bekannter wie auch selbst erfundener Märchen aus dem Deutschunterricht sowie einen Fünf-Minuten-Französisch-Kurs und traditionelles Gebäck aus Korsika und der Bretagne.

Im benachbarten Schloss, teils aber auch in den Räumen des Hauptgebäudes präsentierten sich die Werke aus dem Kunstunterricht der verschiedenen Jahrgangsstufen: Neben Architekturmodellen von Elfenburgen gab es Papierflieger zum Mitbasteln und eine Videoinstallation zum erfolgreichen Projekt „Land Art“ aus dem Jahr 2015. Ebenfalls in den großzügigen Räumen des Schlosses hatte die Schülerbibliothek ihre gläsernen Pforten geöffnet, zwischen Bücherei und Kunstraum wurden herzhafte Snacks und Brunchteller angeboten.

Der größte Raum der Schule ist zweifellos die frisch renovierte Sporthalle. Hier zeigten sich die verschiedensten Sportarten, angefangen bei Gymnastik und Tanz über Badminton – das seit Jahren beliebte „Badminton für jedermann“ – bis hin zum Klettern an der schuleigenen Kletterwand.

Weniger an Räume gebunden, sondern fast überall präsent waren indes die unterschiedlichen Musikgruppen und Ensembles der Schule: Im Eingangsbereich spielten die Schlossbläser, am Übergang zum Treppenhaus im ersten Stock die Big Band, im Obergeschoss gab es eine szenische Interpretation zu Wagners „Der fliegende Holländer“. Im Erdgeschoss indes präsentierte der Schulchor „Rhythmus zum Anfassen“, die Schülerinnen und Schüler der 5a unter dem Titel „Hit the box“ die Funktionsweise der kastigen Cajon-Trommeln. Einen Eindruck der Aktivitäten des Vokalensembles gab es im hinteren Treppenhaus des Schlosses zu sehen. Zudem waren zahlreiche Solisten, Chorsänger und Musiker beim Gottesdienst musikalisch tätig.

Daneben gab es, verteilt über die übrigen Räumlichkeiten, eine Vielzahl von Workshops, Darbietungen, Referate und Mitmach-Aktionen, die den bescheidenen Rahmen dieses Artikels sprengen würden: Mathematische Knobeleien, Römische Spiele und ein „Pink fluffy Casino“ waren ebenso dabei wie Vorträge über die Funktionsweise der Smartboards. Über einige sehr typische Einrichtungen der Schule wie das Philosophisch-Theologische Forum (PTF), der Schulsanitätsdienst, das Projekt „Schule macht Abenteuer“ konnte sich das Publikum ebenso informieren wie über die Arbeit des Elternbeirats. Daneben waren inzwischen schon „klassische“ Angebote wie die Hawaii-Bar der SMV, der Fair Trade Stand oder der Bücherflohmarkt (beides von der KSJ veranstaltet) auch in diesem Jahr wieder vertreten.

Besonderes Interesse erregte freilich die Gesamtheit aller Räume – oder, einfacher gesagt: die Schule insgesamt. Und so gab es in diesem Jahr Schulhausführungen sowohl durch die Schüler als auch durch die Schulleitung.
Allen, die zum Gelingen dieses Tages beigetragen haben, sei an dieser Stelle noch einmal herzlich gedankt!


Markus Benzinger