Beim höllischen Elemente! – Faust, der Tragödie erster Teil, als „Solotheater“

Am Mittwoch, den 20. Juli, erwartete die gesamte Kursstufe I, ergänzt um einige Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen, ein Vergnügen der besonderen Art. Für das „Solotheater“ des Schauspielers Ekkehard Voigt lohnte sogar das Schlangestehen im Schlosstreppenhaus sowie das relativ gedrängten Sitzen auf dem Plateau zwischen Kunstsälen und Schülerbibliothek. Eine Bearbeitung von Goethes Klassiker „Faust, der Tragödie erster Teil“ wurde gegeben, in der ein einziger Schauspieler (Voigt) zum einen alle Figurenrollen verkörperte – genauer gesagt, alle, die beibehalten wurden: Spießer Wagner fiel ebenso heraus wie die Zecher in Auerbachs Keller, die Hexe und andere Chargen. Zum anderen wurde die Dramenhandlung erweitert um eine Rahmenhandlung, in der ein Mentor der Teufelei (ebenfalls Voigt) Anschauungsunterricht im Manipulieren von Menschen gibt. Sein Lehrstück ist das Lieblingsstück vieler Lehrer in Schule und Hölle: Eben der Faust, der für die etwas schwächeren Schüler auch bereitwillig und allgemein verständlich kommentiert wird. Für die real anwesenden Schüler der Oberstufe war dies eine teils amüsante, teils irritierende Erfahrung, das sie des öfteren in die Rahmenhandlung hineingezogen wurden, indem sie nicht nur zu ihrem Wissen über den „Faust“ befragt, sondern auch als Leserstimme, Geräuschemacher oder Impresario („Das Studierzimmer!“) kurzerhand zu Mitwirkenden wurden.
Nach einer für Faustische Verhältnisse kurzen (und auch kurzweiligen) Aufführung über etwa 90 Minuten stand Schauspieler Ekkehard Voigt im Anschluss für eine ausführliche Nachbesprechung des Gesehenen bereit.
Ein besonderer Dank gilt Thorsten Schmidt, der die Theateraufführung initiiert und organisiert hat.

Markus Benzinger