Erfrischende Neuinterpretation der Oper „Turandot“ – Bühnenprojekt der Klasse 8a

Premieren haben immer einen besonderen Charme. Für den vergangenen Mittwochabend (23.07.) trifft dies in gleich mehrfacher Hinsicht zu. Zunächst einmal feierte die Aufführung der Oper „Turandot“ in der Version der Klasse 8a im landläufigen Sinne ihre Premiere, ihre Erstaufführung. Damit verbunden ist allerdings eine weitere, mindestens so bedeutsame Premiere: Zum ersten Mal wurde am Salvatorkolleg der Versuch unternommen, ein Bühnenprojekt für eine 8.Klasse auf die Beine zu stellen – und das mit Erfolg: Unter der Maxime „Spielerisch den Ernst des Lebens erfahren“ probten die Schülerinnen und Schüler der 8a im nun zu Ende gehenden Schuljahr vier Stunden pro Woche. Darüber hinaus gab es Probentage außerhalb der Schulzeit. Und gemeinsam mit den betreuenden Lehrkräften, den Musiklehrern Barbara Sigg und Manfred Gaupp (auch Klassenlehrer), dem erfahrenen Theaterpädagogen Bernhard Maier, und dem Deutschlehrer der Klasse, Josef Heine, leisteten die Schülerinnen und Schüler Erstaunliches:
Die mutige, aber unterhaltsame Mischung aus Spielszenen sowie selbst einstudierten Musik- und Tanzintermezzi konnte überzeugen. In der Premierenbesetzung – sämtliche Rollen wurden doppelt besetzt, einmal in der Premierenversion, genannt „Zitronenbesetzung“, das andere Mal, Donnerstag, in der „Orangenbesetzung“ – konnten vor allem Vanessa Gambus als überaus zickige Prinzessin Turandot, Björn Ahlf als tragischer Herrscher, Ben Udris als jugendlicher Held Kalaf und Oswin Butscher als hinterhältiger Hofarzt glänzen. Szenenapplaus gab es für Hannes Vohrer als vorlauter Dreikäsehoch: „Papa veraaaarscht den König!“ Auch das Publikum wurde in die Handlung einbezogen. Die drei Rätselfragen, die Prinz Kalaf beantworten muss, um Turandot heiraten zu können und nicht einen Kopf kürzer gemacht zu werden, wurden dem Publikum als Beschäftigung für die Pause zum Lösen auf- und ausgegeben.Um diesen in mehrerlei Hinsicht einmaligen Abend zu dokumentieren hat die Film-AG unter der Leitung von Florian Tobisch die Aufführung, wie zuvor auch schon den Entstehungsprozess des Stückes, mit der Kamera begleitet. Als Pilotversuch konzipiert war die Turandot-Aufführung, wenn man von der Qualität der Premiere her schließen kann, ein voller Erfolg. Es ist also zu erwarten, dass in den folgenden Jahren weitere interessante Projekte folgen.

Markus Benzinger