Die Wurzacher Passion geht auf Reisen

"Wenn die Wurzacher Passion schon nicht mehr bei uns ist, reisen wir ihr einfach hinterher!"

Da die Wurzacher Passion nun nach ihrer Vollendung auf Reisen ist und sich gerade in Brüssel befindet, durfte sich eine kleine Gruppe vom Salvatorkolleg auf den Weg dorthin machen und sie in neuem Ambiente erneut bewundern. So wurden wir zur Ausstellungseröffnung des großen Scharpfgemäldes in die Baden-Württembergische Landesvertretung in Brüssel eingeladen. Diese Möglichkeit haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen und sind am Morgen des 2. Aprils nach Belgien aufgebrochen. Nachdem unsere 10-köpfige Gruppe ihre Koffer in die PKWs eingeladen hatte, konnte die fast achtstündige Fahrt beginnen.

Unsere Gruppe bestand aus Schulleiter Pater Friedrich und zwei Lehrern, die das Projekt während der Schaffensphase begleiteten und sieben weiteren Schülern des Salvatorkollegs.

Im Laufe unserer viertägigen Bildungsreise, wie Pater Friedrich immer wieder betonte,  konnte unsere Gruppe die Europaabgeordnete der CDU für Baden-Württemberg, Elisabeth Jeggle, im Europäischen Parlament treffen und mit ihr ein Gespräch führen. Nachdem wir alle die Sicherheitskontrolle passiert hatten, wurden wir von Frau Jeggles Sekretärin herzlich empfangen und in einen Konferenzraum gebracht, den sie mit einem Grinsen „unser Kabuff“ nannte.

Im Gespräch stellte Frau Jeggle sich selbst und ihre Arbeit im Europäischen Parlament vor. Sie erklärte, warum sie nach ihrer 15-jährigen Amtszeit aufhören wird und führte aus, dass ihr neben ihrer Haupttätigkeit im Agrarausschuss vor allem die Arbeit im  Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten sehr ans Herz gewachsen sei. Dabei reist sie oft nach Kasachstan, Kirgistan und Usbekistan und weitere Länder in dieser Region, um dort Entwicklungsarbeit zu betreiben. Faszinierend war auch zu hören, wie steinig ihr Weg zu Beginn war, da sie sich als Frau in der Männerdomäne zunächst durchzusetzen musste. Man kann aber sehr wohl sagen, dass ihr das nach vielen Anstrengungen doch sehr gut gelungen ist. Anschließend konnten wir in der kleinen Runde Fragen stellen, auf welche sie Rede und Antwort stand.

Anschließend bekamen wir von Frau Jeggles Sekretärin noch eine kleine Führung durch das Europäische Parlament.

Am Abend stand dann die Vernissage in der Landesvertretung an. Zu diesem Anlass holten wir selbstverständlich unsere Sakkos und Abendkleider aus dem Schrank. Die drei Reden des Abends, unter anderem auch die unseres Schulleiters Pater Friedrich, wurden von Julius Greshake und Verena Rast musikalisch umrahmt. Anschließend wurde Manfred Scharpfs Komposition „ Beatrice – Weg aus dem Dunkel“ vom Schauspieler Bernhard Leute aus Freiburg vorgestellt. Nachdem der formelle Teil abgeschlossen war, konnten wir mit den geladenen Gästen, unter denen sich auch der Regierungspräsident Baden-Württembergs befand, ins Gespräch kommen und ihnen unsere während des Projekts gesammelten Erfahrungen mitteilen.

Dabei durften natürlich kleine Häppchen und schwäbische Spezialitäten nicht fehlen.

An unserem freien Tag, dem Freitag, machten wir uns auf den Weg nach Löwen, welches von Herrn Heine auch als das Oxford Belgiens bezeichnet wurde. Bekannt ist Löwen vor allem für seine Universität, die „Katholieke Universiteit Leuven“, sowie für sein Stadtbild, das mit dem gotischen Rathaus und dem Alten Markt einige der ästhetischsten Beispiele flämischer Baukunst aufweist. Besonders das Rathaus, welches als eines der schönsten Bauwerke der Spätgotik in Europa gilt und somit eines der berühmtesten Rathäuser Europas darstellt, war atemberaubend.

In unserer Freizeit durften wir auch auf den Genuss der Belgischen Pommes frites und ihren zahlreichen Soßen, für welche Belgien bekannt ist, kommen.

Neben dieser durchaus beeindruckenden Stadt durften wir auch noch Belgiens Hauptstadt Brüssel, allerdings bei Dunkelheit, kennen lernen. Hierbei hatten wir unseren persönlichen Reiseführer Pater Michel von den Salvatorianern, in deren Niederlassung in Scherpenheuvel wir untergebracht waren. In Brüssel besichtigte unsere Gruppe nach zahlreichen Kathedralen und Domen den königlichen Palast, das Europäische Parlament, das Rathaus, die Maison du Roi und die Zunfthäuser auf dem Grand-Place. Außerdem verköstigten wir natürlich auch Spezialitäten aus der Belgischen Küche wie Vidée (Blätterteigküchlein mit Hühnerfleisch) und Moules frites. Auch durfte Belgisches Bier nicht fehlen, welches zu unserem Erstaunen sehr stark, aber dennoch sehr lecker ist. Das für Belgien typische Kirschbier fand vor allem bei den weiblichen Mitgliedern unserer Gruppe großen Anklang.

Wie bereits erwähnt, war unsere kleine Delegation aus Bad Wurzach bei den Salvatorianern in Scherpenheuvel untergebracht. Hier wurden wir herzlich Willkommen geheißen und fühlten uns sofort pudelwohl. Jeden Morgen um 8 Uhr gab es Frühstück mit allem was das Herz begehrte. So konnten wir immer mit vollem Magen und morgendlichem Enthusiasmus in den Tag starten.

Die Patres waren so warmherzig und nett, dass wir sie am liebsten mitgenommen hätten.

Zum Schluss möchten wir uns bei allen bedanken, die uns eine solch geniale Ausfahrt ermöglicht hatten.

Vielen Dank!