Lebenslauf von Frau Kreidler

Corinna Kreidler machte 1988 am Gymnasium in Bad Waldsee Abitur und studierte dann in Freiburg und Brüssel Politikwissenschaft, Geschichte und Germanistik. Nach ihrem Abschluss 1994 ging sie für ein Jahr nach Berlin zum Aufbaustudium Entwicklungspolitik am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik. Während der Ausbildung dort stand auch ein dreimonatiger Forschungsaufenthalt in Eritrea auf dem Programm, wo die Reintegrationsmöglichkeiten für Ex-Kämpfer untersucht werden sollten. Von 1995 bis 1997 arbeitete Corinna Kreidler dann für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) zunächst in einem Trainee Programm in Eschborn, dann für ein Jahr in Mosambik. Auch in diesem Projekt ging es um die Reintegration von Ex-Soldaten. 1998 wechselte sie dann zur Deutschen Welthungerhilfe und ging als Projektleiterin nach Angola, wo sie für zweieinhalb Jahre ein Projekt zur Unterstützung von Bürgerkriegsflüchtlingen in der Provinz Benguela leitete. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland arbeitete sie von 2000-2003 in der Zentrale der Welthungerhilfe in Bonn in verschiedenen Positionen: unter anderem wurde ihr der Aufbau eines Landesprogramms in Burundi übertragen, außerdem leitete sie ein Projekt zur weltweiten Schulung ihrer Kolleginnen und Kollegen in Sicherheitsfragen.
2003 bat sie die Welthungerhilfe, ein Landesprogramm in Liberia aufzubauen, das sie dann von 2004 bis 2005 leitete. Hier ging es vor allem um Wiederaufbauhilfe in ländlichen Regionen (Wasserversorgung, Landwirtschaft, Schul- und Brückenbau) aber auch um die Versöhnung zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. 2005 zog Frau Kreidler dann zu ihrem (zukünftigen) Mann und legte eine kleine Pause mit der Entwicklungszusammenarbeit ein, lernte Schwedisch und trainierte für den Berlin-Marathon. Nachdem dieser erfolgreich geschafft war, kehrte sie erneut nach Liberia zurück, da die Nothilfeabteilung der Europäischen Kommission ihr dort die Stelle einer so genanten "field expert" angeboten hatte, das heißt die Vertretung der Kommission in Sachen humanitärer Hilfe und die Aufsicht über die von der EU dort finanzierten Nothilfeprojekte. Diese Aufgabe übernahm sie in Liberia bis 2007. In diesem Sommer kam sie für einige Monate nach Bad Waldsee zurück, heiratete im Rathaus von Bad Waldsee und ging dann zusammen mit ihrem Mann in den Sudan, genauer gesagt nach Darfur, wo die EU wiederum Nothilfeprojekte für Bürgerkriegsflüchtlinge finanziert. Unter sehr schwierigen politischen und sicherheitstechnischen Bedingungen arbeitete sie dort für zwei Jahre bis Juli  2009. Erneut kam sie für ein paar Monate nach Bad Waldsee zurück, packte aber Ende des Jahres wieder ihre Koffer und arbeitet seit Dezember 2009 für die Europäische Kommission in der Demokratischen Republik Kongo, wo sie ein Team von 5 EU Experten leitet, die im ganzen Land - das viermal so groß ist wie die Bundesrepublik - Nothilfe- und Wiederaufbauprojekte finanziert. Diese Projekte werden von Hilfsorganisationen (wie z.B. der Welthungerhilfe, der Caritas oder dem Roten Kreuz) und UN Organisationen (wie z.B. Unicef) durchgeführt. Die Aufgabe von Frau Kreidler und ihren Kollegen ist es, über den sinnvollen Einsatz dieser Steuergelder zu wachen (es handelt sich um ein Jahresbudget von 57 Mio €), die finanzierten Projekte zu besuchen und zu begutachten und regelmäßig über den Fortschritte der Projekte aber auch über die allgemeine Entwicklung im Land zu berichten.