Menschen überwinden Grenzen – ein Vortrag der griechische Schriftstellerin und Journalistin Eleni Torossi

Die Stiftung „Gymnasium Salvatorkolleg – Horizonte für die Zukunft unserer Kinder“ veranstaltete am Donnerstag, den 21. Februar 2013 im Rahmen der Vortragsreihe „Menschen überwinden Grenzen“ einen Abend mit der griechischen Schriftstellerin Eleni Torossi.
Die Intention der Vorträge ist es, ein „Stück Welt“ (Zitat P. Friedrich) in das Gymnasium Salvatorkolleg zu holen und den Erfahrungshorizont von Schülerinnen und Schülern sowie Eltern, Lehrern und allen anderen Interessierten zu erweitern.
Der Abend wurde durch eine Begrüßungsrede von P. Friedrich eröffnet. Dieser erklärte, dass Grenzen nicht nur global, sondern auch lokal und im Kopf eines jeden Einzelnen überwunden werden müssen. Die Stiftung „Gymnasium Salvatorkolleg – Horizonte für die Zukunft unserer Kinder“ verfolgt das Ziel, Schülerinnen und Schüler zu ermutigen, ins Ausland zu gehen. Laut P. Friedrich wird dadurch ihr Horizont erweitert, sie entwickeln eine Reife, beginnen kritisch zu sein und kommen verändert zurück.
Zu diesem Thema konnte die Schriftstellerin und Journalistin Eleni Torossi gewonnen werden. Die in Athen geborene Griechin verließ 1968 ihre Heimat aufgrund der damaligen Militärherrschaft, kam nach Deutschland und begann in München zu studieren. Bald fand sie beim Bayerischen Rundfunk und bei weiteren ARD-Anstalten Arbeit und veröffentlichte erste Bücher. Durch Radiogeschichten, Features und kulinarische Kolumnen ist sie seit 2005 bekannt und auch mit vielen Auszeichnungen, wie z.B. dem Bundesverdienstkreuz, geehrt worden.
Eleni Torossi weiß genau, wie es sich anfühlt, Grenzen zu überwinden und sich in einem neuen Land ein neues Leben aufzubauen.
Frau Torossi sieht sich selbst als „Geschichten-Erzählerin“. In dieser Art begann sie auch ihren Vortrag: sie erzählte über ihre letzte Griechenlandreise und ihre neuesten Erfahrungen und Erkenntnisse, die sie dort gesammelt hat.
Die Stadtflucht und das damit verbundene Leerstehen von Wohnungen in Athen und Thessaloniki, die Gründung vieler Bürgerinitiativen und das vielen Normalverdienern fehlende Geld waren ihre Anfangsthemen. Sie erklärte ihre Sicht über diese Themen, die sie immer in Verbindung mit der in Griechenland vorherrschenden Krise brachte, und erzählte persönliche Erlebnisse, die sie erfahren hat.
Sie rundete ihren Vortrag mit einer Lesung aus ihrem noch nicht veröffentlichten Buch, das den Arbeitstitel „Das taube Buch“ trägt, ab. Diese Geschichte ist ein Stück sehr persönlicher Literatur, die Frau Torossi bei der Lesung selbst rührte. Der Auszug handelte von einer tauben Mutter, die mit ihrer Tochter aus Griechenland nach Deutschland auswandert und enthält einige Parallelen zu Frau Torossis eigenem Leben. Das Buch bietet außerdem einen Einblick in das Griechenland der 1960er und 70er Jahre unter dem Militärregime.
Frau Eleni Torossis Vortrag war sehr informativ und äußerst interessant. Im Anschluss bot das Gymnasium Salvatorkolleg noch die Möglichkeit, bei griechischem Wein und griechischen Snacks, die von fleißigen Helfern nach Frau Torossis Rezepten gebacken worden waren, mit ihr und anderen Besuchern ins Gespräch zu kommen.


Natalie Spieler, Klasse 10d