Gesprächsstoff - Zur Präsentation des Retabels des Wurzacher Altars am 07.05.13

„Ein Werk, das für Gesprächsstoff sorgte und weiterhin sorgen wird“, so umschrieb Bürgermeister Roland Bürkle den Wurzacher Altar anlässlich der Enthüllung des Retabels am vergangenen Dienstag, den 07.05.13. Und bereits im verhüllten (wenn auch weitgehend transparent) Zustand zu Beginn der feierlichen Präsentation war das Werk Anlass für zahlreiche Gespräche der ebenso zahlreichen Besucher im Barocktreppenhaus des Wurzacher Schlosses. Erst die Schlagzeug-Improvisation des Abiturienten Dominik Minsch lenkte die Aufmerksamkeit der Besucher auf das Rahmenprogramm des Abends, beginnend mit der Begrüßungsrede des Bürgermeisters.
Den von ihm diagnostizierten – und prognostizierten –  „Gesprächsstoff“ gibt es tatsächlich im mancherlei Hinsicht: Schulleiter P. Friedrich Emde hob die Bedeutung des Werkes gerade bezüglich der Mitarbeit der Kollegschüler hervor – eine solche Chance zur hochprofessionellen künstlerischen Arbeit bietet sich nur selten. Und die im Rahmen der Begabungsförderung des Salvatorkollegs mit Künstler Manfred Scharpf zusammenarbeitenden Schülerinnen und Schüler (vertreten durch Sven Kible, Kursstufe I) teilen diese Einschätzung. Besonders die Faszination und die daraus resultierende Verantwortung, mit kostbaren Materialien und Farben umzugehen, blieb den Schülern im Gedächtnis.
Dass neben dem Informativen bei der abendlichen Feierstunde auch das Ästhetisch-Künstlerische nicht zu kurz kam, dafür sorgte ein von Josef Heine, dem auch die Organisation des gesamten Altar-Projekts obliegt, zusammengestellte weitere Programm. Neben den bei allen feierlichen Anlässen des Salvatorkollegs brillierenden Schlossbläsern – mittlerweile deutlich verjüngt! – wurden auch herausragende musikalische Solisten aufgeboten. Dominik Minschs bereits erwähnte Schlagzeug-Improvisationen standen dabei in spannendem Kontrast zu Verena Rasts (Klasse 10c) Saxophon-Darbietung und dem virtuosen Querflötenspiel von Musiklehrerin Claudia Wick. Im Wechselspiel mit den musikalischen Beiträgen fanden dabei Rezitationen – von Goethes „Faust“ über Dantes „Göttliche Komödie“ bis hin zu Scharpfs eigenen Erinnerungen – durch den Schauspieler Bernhard Leute statt.
Dass auch beim anschließenden Stehempfang den Besuchern der Gesprächsstoff nicht ausgegangen ist – wobei der Wurzacher Altar mit Sicherheit nicht das einzige Thema gewesen ist – , dafür bürgt der Verfasser dieses Artikels

Markus Benzinger