Kinder tragen Licht ins Dunkel

Adventsandacht zum Fest der Heiligen Lucia mit Musik, Texten und Lichtern unter Mitwirkung der Schülerinnen und Schüler des Salvatorkollegs Bad Wurzach am 13.12.2012 in St. Verena

Irgendwie neu und doch vertraut war es, das Adventskonzert des Gymnasium Salvatorkolleg, das in diesem Jahr gar nicht mehr so heißt. Tatsächlich passt der neue Begriff „Adventsandacht“ auch zugegebener Maßen besser zu dem, was zahlreiche interessierte Zuhörer am vergangenen Donnerstag, den 13.12. in der Pfarrkirche St. Verena erleben und genießen durften. Das Licht in die dunkle Nacht tragen, so kann nicht nur die Adventszeit, sondern besonders das Fest der Heiligen Lucia umschrieben werden. Was in Schweden eine lange Tradition besitzt, wurde in diesem Jahr auch zum Mittelpunkt der Adventsandacht, die von Schülern und Lehrern des Salvatorkollegs – heuer nicht nur musikalisch – gestaltet wurde: Und so begann die Andacht in einer dunklen Kirche, die von den Kerzen einer Lichterprozession erhellt wurde, hereingetragen von den Schülerinnen und Schülern. Passend dazu stimmten die Musikgruppen der fünften Klassen (Bläser und Chor) das Lied „Kinder tragen Licht ins Dunkel“ an. Der Darbietung der jüngsten Schüler des Kollegs schloss sich die erste von drei Lesungen an – eine Neuerung gegenüber dem „traditionellen“ Adventskonzert. Michel Stirner erzählte die Sage der Heiligen Lucia, deren Fest an diesem Tag gefeiert wurde. Die Schlossbläser intonierten in vertraut hoher Qualität frühbarocke Weihnachtsmotetten aus den Prophetiae Sibyllarum des Orlando di Lasso. Mit dem zweiten Textvortrag des Abends konnte Laura Waizenegger den Wissensstand des Publikums zum Fest der Heiligen Lucia ergänzen, indem sie darüber berichtete, wie das „Lichterfest“ in Schweden gefeiert wird. Von der Vielseitigkeit musikalischen Wirkens am Salvatorkolleg konnten sich die Zuhörer danach überzeugen, zum einen durch Christine Behringers virtuoses Harfenspiel („Goldnes Licht“), zum anderen durch ein Lehrerin-Schüler-Duett für Querflöte und Viola: Claudia Wick und Raphael Schönball interpretierten so das bekannte Adventslied „Maria durch ein Dornwald ging“. Alle drei wurden dabei vom Schulchor des Gymnasiums, geleitet von Barbara Sigg, harmonisch unterstützt. Die Schlossbläser komplettierten den zweiten musikalischen Programmteil mit der Canzon Terza von Giovanni Gabrieli. Ein dritter Textvortrag vertiefte danach den Eindruck vom schwedischen Winter: Astrid Lindgrens Erzählung von Tomte Tumetot, gelesen von Marie Waizenegger, versetzte die Zuhörer in die kalten rauen Winternächte Skandinaviens. Um auch der sprachlichen Abwechslung genüge zu tun stimmte der Schulchor danach zwei englischsprachige Lieder an, zum einen „The River is Flowing“, zum anderen das vom Psalm 42 inspirierte „As the Deer“, während die von Bernhard Klein geleiteten Schlossbläser weiterhin bei ihrer italienisch-frühbarocken Linie blieben und Frescobaldis „Canzon Terzadecima“ spielten.

Irgendwie neu und doch vertraut gestaltete sich denn auch der Abschluss der Adventsandacht: Gewohntermaßen stand, wie auch Josef Heine, der die „Moderation“ der Andacht besorgte, zum Ausdruck brachte, am Ende ein Lied, bei dem alle Anwesenden zum Mitsingen aufgefordert waren. Anstatt des traditionellen „Tochter Zion“ war es in diesem Jahr aber das Adventslied „Wir sagen euch an“, begleitet von Cosmas Mohr an der Kirchenorgel. Zwei weitere bewährte Gewohnheiten wurden indes auch beibehalten: Zum ersten dürfen sich die Lehrer und Schüler der von Salvatorianern geleiteten St. Charles Lwanga Schule in der Demokratischen Republik Kongo über die Spendeneinnahmen des Abends freuen - Es sind rund 500 Euro zusammen gekommen, dafür ein herzliches "Vergelts Gott!". Zum zweiten zeigte auch das diesjährige „Adventskonzert“, das aber nicht mehr so heißt, mit welch hohem Engagement die Lehrer des Salvatorkollegs, insbesondere aus der Fachschaft Musik (neben den bereits erwähnten Barbara Sigg und Bernhard Klein waren dies Christine Braig, Manfred Gaupp und Claudia Wick) diese Adventsandacht vorbereiteten, und welch große Unterstützung dabei von Schülerseite hinzukam. Dies ist wohl das Rezept für einen gelungenen besinnlichen Abend, mag er heißen wie er will.

 

Markus Benzinger