Begabungsförderung am Salvatorkolleg

In den beiden vergangenen Jahren haben sich eine Lehrerin und acht Lehrer des Salvatorkollegs zu „Begabungspsychologischen Lernbegleitern“ fortbilden lassen. Die Ergebnisse dieser Fortbildung und deren Nutzen und Anwendung für das Lehren und Lernen am Gymnasium standen im Mittelpunkt einer „Offene Elternbeiratssitzung“, die am Dienstag, den 07.02. im Salvatorkolleg stattfand.
Die vor allem an interessierte Eltern gerichtete Informationsveranstaltung wurde von der Vorsitzendes des Elternbeirats, Dr. Brigitte Reuther und Schulleiter Pater Friedrich Emde eröffnet. Klaus Amann, stellvertretender Schulleiter und Leiter der Begabungsförderung am Salvatorkolleg, erläuterte in seinem einleitenden Vortrag, worin die maßgeblichen Ziele der Begabungsförderung an der Schule liegen: Es gehe demnach nicht in erster Linie um eine Förderung begabter Schüler, sondern vielmehr um eine Förderung der Begabungen von Schülern im Allgemeinen. Dadurch ergeben sich neue Möglichkeiten des Lernens – die Schüler können ihre Kenntnisse und Fertigkeiten besser kennenlernen und kultivieren – und des Lehrens. Worin diese konkret bestehen können, darüber gaben die Erfahrungsberichte von vier Teilnehmern der Fortbildung Auskunft. Peter Allgaier stellte in einer buchstäblich farbenfrohen Präsentation die theoretischen Grundlagen der Begabungsförderung vor, wie sie von Dr. Sebastian Renger (Universität Osnabrück; Leiter des deutschen Zentrums für Begabungsforschung und Begabungsförderung) erarbeitet wurden und gab einen Überblick über den Verlauf der zweijährigen Fortbildung. Welche Konsequenzen die Erfahrungen aus der Begabungsförderung für das Miteinander von Lehrern und Schülern haben können, darüber referierte Josef Heine. Demnach stehe die Begleitung von Schülern gegenüber der klassischen „Belehrung“ deutlich im Vordergrund. In welchem Maße die ebenfalls zum Konzept der Begabungsförderung gehörende Beratung von Schülern für deren Entwicklung von Nutzen sein kann, zeigte der Vortrag von Andreas Brade. Er stellte den Diagnosetest „EOS“ detailliert vor und erklärte, wie die systematische Auswertung des Tests durch geschulte Lehrer den teilnehmenden Schüler hinsichtlich seiner Fähigkeiten bestärken und fördern kann. Der abschließende, sehr persönliche Erfahrungsbericht von Kerstin Gmünder verdeutlichte, wie die Chancen der Begabungsförderung von zwei Seiten her – als Mutter und Lernbegleiterin – gesehen werden können. Besonders faszinierend sei dabei der gegenüber dem „normalen“ Lehrbetrieb viel bessere und tiefer gehende Zugang zu den Schülern sowie die Möglichkeit, Schwächen der Schüler in Stärken umzuwandeln.
Dank der großzügigen Unterstützung durch die Friedrich-Schiedel-Stiftung werden momentan bereits etliche Begabungsförderungs-Kurse für Schüler am Salvatorkolleg angeboten. Für die Zukunft ist beabsichtigt, die daraus gewonnenen Erkenntnisse noch stärker in die Gestaltung des regulären Unterrichts einfließen zu lassen.

 

Markus Benzinger