Schüleraustausch Luxeuil-les-Bains mit dem Salvatorkolleg 14.-20. April 2012

Wieder einmal wurden vergangenen Freitag am Postplatz in Bad Wurzach Taschen- und andere Tücher geschwenkt, um die 33 französischen Austauschpartner aus Luxeuil zu verabschieden. Die deutschen Schüler des Salvatorkollegs hatten die Partnerstadt im Oktober besucht und den französischen Alltag in der Familie und an der Schule kennen gelernt. Von französischer Seite aus sind drei Schulen beteiligt: das staatliche Collège Mathy und das katholische Collège Saint Colomban für Schüler bis 15 Jahre sowie das Lycée Lumière, (Gymnasium), das unserer Oberstufe entspricht und wo man das Abitur (le baccalauréat) ablegen kann.

Während ihres einwöchigen Aufenthaltes in Bad Wurzach nahmen die Schüler an mehreren Vormittagen am Unterricht teil und genossen die freien Nachmittage ohne Unterricht, was sie von Frankreich her nicht kennen. Sie wurden aber auch mit der Stadt selber und ihren Sehenswürdigkeiten bekannt gemacht. Dank des hervorragend Französisch sprechenden Vorsitzenden des Luxeuil-Komitees des Partnerschaftsvereins Jochen Martiny und der Geschichtslehrerin Ingrid Diem wurden ihnen die Geschichte des Schlosses mit dem Treppenhaus und die Geheimnisse des Leprosenhauses sehr anschaulich geschildert. Die Erinnerung an den Vormittag im Ried und der Besuch des Torfmuseums wird leider von der am Mittwoch herrschenden Kälte geprägt sein.

Mehr Glück mit dem Wetter als erwartet hatte die Gruppe beim Ausflug an den Bodensee, der von den dieses Jahr den Austausch betreuenden Lehrern Peter Grupp, Gabi Benkert-Groer und Birgit Brade organisiert war. Trotz der Bedenken der Lehrer war die Schifffahrt in den Augen mancher der schönste Programmpunkt – die Sonne schien und die Kälte auf dem Sonnendeck spürte man vor Begeisterung nicht. Im Zeppelin-Museum in Friedrichshafen gab es dann eine Führung in französischer Sprache, während die deutschen Schüler das Museum mithilfe eines Quiz erkundeten.

Wie immer fehlte dem Austausch auch der offizielle Teil nicht: der Empfang bei Bürgermeister Bürkle macht den Schülern deutlich, dass der Schüleraustausch nicht nur Spaß ist und sein soll, sondern dass es durchaus auch um Völkerverständigung geht, wozu sie ihren Teil beitragen, indem sie über manche Hürden springen. Ob es nun um die Sprache oder das Essen geht … daheim auf dem Sofa fernzusehen oder am Computer zu sitzen und von der Mutter versorgt zu werden, ist allemal bequemer.

Für manche Schüler ist eine Woche Austausch tatsächlich ein Anreiz oder auch ein Ausprobieren dafür, ob sie nicht längere Zeit im Nachbarland verbringen möchten. So überlegen sich zwei Schülerinnen aus der diesjährigen Gruppe aufgrund der guten Erfahrung in dieser Woche, am Brigitte-Sauzay-Austauschprogramm des Kultusministeriums teilzunehmen. Das bedeutet acht Wochen Aufenthalt im Gastland und wurde in den vergangenen Jahren am Salvatorkolleg mehrfach durchgeführt. Die Schüler sind in den Familien der Austauschpartner untergebracht und gehen mit ihnen zur Schule. Bad Wurzach scheint dabei – trotz der schwäbischen Sprache! – durchaus reizvoll zu sein, weil man sich gut aufgenommen fühlt.

> Artikel in der SZ vom 5. Mai 2012