Übergabe der Abiturzeugnisse: Die Schüler von der ruhmreichen Gestalt

Am Freitag, den 15.06. wurden den Schülerinnen und Schülern des Abiturjahrgangs 2012 die Zeugnisse überreicht. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Jahren wurde diese Zeremonie vom eigentlichen Abiball getrennt, da fast 160 Abiturientinnen und Abiturienten ihr Reifezeugnis in Empfang nahmen.

Der Übergabe der Zeugnisse ging der traditionelle Abitursgottesdienst für alle Schüler, deren Eltern und Verwandte und die Lehrerinnen und Lehrer der Kursstufe voraus. Unter dem Leitsatz „Der Herr ist mein Hirte“ (Psalm 23) wurde von Pater Hubert Veeser und Pater Friedrich Emde eine feierliche Messe zelebriert. Die Abiturientin Margaux Kuwilsky ließ, ebenfalls im Sinne des Mottos „Der Herr ist mein Hirte“die Jahre am Salvatorkolleg aus Schülerperspektive Revue passieren. Zum Ende des Gottesdienstes wurden den Abiturientinnen und Abiturienten geweihte Kreuze überreicht, die sie auf ihrem künftigen Lebensweg begleiten sollen.
Zwischen Rückschau auf das Geleistete und Vorausblick auf das Kommende können auch die auf der folgenden Feier zur Zeugnisübergabe gehaltenen Reden verstanden werden. Schulleiter P. Friedrich Emde nahm die Erzählung von Don Quichote, dem Ritter von der traurigen Gestalt, zum Anlass, die Bedeutung des Wandels der Zeiten zu erläutern. Dass dabei die Schüler verstanden haben, im Gegensatz zum Romanhelden Quichote nicht verrückt zu werden, sondern vielmehr „mit der Zeit“ zu gehen, stand im Mittelpunkt der Rede. Deswegen seien, so P. Friedrich, die Absolventen eben gerade keine Ritter (oder Damen) von der traurigen Gestalt, sondern auf ihr weiteres Leben gut vorbereitete junge Menschen. Das Motiv der Zeit und des Wandels stand auch im Zentrum der Ausführungen von Herrn Willburger, dem Vertreter der Elternschaft. Mittels sprichwörtlicher Wendungen aus vier Sprachen über den Wandel der Zeiten verdeutlichte auch er, dass die Laufbahn der Abiturienten – von der Einschulung am Salvatorkolleg bis zum jetzigen Abitur – ebenso von diesem Wandel zeugt wie der längerfristige Perspektive: Herr Willburger war 1975 einer von 18 Abiturienten; an diesem Abend erhalten knapp 160 jungen Menschen ein Zeugnis. Um den gegebenen Zeitrahmen einhalten zu können, wurden die Abiturzeugnisse daher in einem „Gruppenverfahren“ übergeben: In alphabetischer Reihenfolge wurden je zehn Schülerinnen und Schüler zum Rednerpult gebeten, erhielten ihre Abiturzeugnisse und ihren verdienten Applaus. Der stellvertretende Schulleiter Klaus Amann konnte mit der Durchführung dieser Vorgehensweise erreichen, dass im Anschluss genügend Zeit für den „inoffiziellen“ Teil der Feier unter freiem Himmel im Schulhof blieb.


Markus Benzinger

 

> Artikel in der SZ vom 18. Juni 2012