Hilf mir, es selbst zu tun

„Hausaufgaben - die Aufgabe der Eltern?“ Unter diesem Motto trafen sich am 12. Mai 2011 interessierte Eltern, vor allem aus der Klassenstufe 6, in der Mensa des Salvatorkollegs mit Herrn Paul Stollhof, dem pädagogischen Geschäftsführer unserer Schule.
Kein Vortrag, sondern ein Dialogabend sollte es werden, um Austausch zu fördern und Impulse zum Thema mit nach Hause zu nehmen. So wurden zu Beginn die Fragen: „Wie erleben Sie die Hausaufgaben?“ und „Was ist Ihnen hierbei wichtig?“ in den Raum und zur Diskussion gestellt.
“Wie motiviere ich mein Kind, seine Hausaufgaben überhaupt, gut und nicht nur minimalistisch zu erledigen?“, „Soll ich die Hausaufgaben anschauen, auch wenn mein Kind das nicht will?“ oder „Wie fördere ich Eigenverantwortung und Selbständigkeit?“ waren nur einige der von Elternseite gestellten Fragen. Mütter und Väter schilderten ihre Erfahrungen und gaben Tipps zu den zum Teil kontroversen Aussagen.
„Wenn Kinder Fragen stellen, wollen sie wissen, ob die Eltern es auch wissen“, dies gelte vor allem für Grundschüler. Herr Stollhof riet uns, viele Fragen an die Kinder zurückzugeben, um zu erfahren, was in ihren Köpfen vorgeht. Kinder in der Pubertät fragen allerdings häufig, um es sich leicht zu machen – auch hier - bitte rückfragen. Die Kinder stellen oft fest, dass die Hausaufgaben mit den Eltern dann länger dauern als ohne sie. Die Folge ist, sie erledigen sie lieber gleich alleine - dies fördert wiederum die Selbständigkeit. „Selbständigkeit passiert nur, wenn man Probleme selber lösen muss“.
Hausaufgaben haben ihre Berechtigung, „wenn allerdings Frust und Stress zu hoch sind, gewinnt man nichts“. Sie sollen motivieren, so kurz wie möglich/nötig sein und Erfolgserlebnisse für die Kinder ermöglichen. Lehrer sollten die erledigten Hausaufgaben wahrnehmen und Rückmeldung geben.
Ein weiteres Thema des Abends war: „Wie lerne ich mit meinem Kind für Klassenarbeiten?“ Fazit: Fragen Sie Ihr Kind, was es braucht. Kinder sollten möglichst viele „Lernarten“ erfahren, um für sich die richtige Methode zu finden. „Wenn das Kind mit dem Ergebnis der Arbeit unzufrieden ist, muss eventuell die Lernstrategie geändert werden, wenn alles funktioniert, lassen Sie es in Ruhe!“
Grundsätzliches, wie Lerndauer, Lernrhythmus, Lernpausen, kam ebenso zur Sprache, wie Stille (möglichst keine Ablenkung), fester Ort und ausreichender Schlaf.
„Entschulen Sie die Beziehung zu Ihrem Kind. Auch wenn wenig Zeit zur Verfügung steht, machen Sie andere Dinge (keine Hausaufgaben) mit ihm. Kinder wollen Beziehung – zur Not holen sie sich Aufmerksamkeit durch Unselbständigkeit bei den Hausaufgaben.“
Dies nur als Ausschnitte eines, wieder einmal, interessanten Abends. Vielen Dank Herr Stollhof, vielen Dank an die anwesenden Eltern.

Für das Elternbeiratsteam

Katharina Niefer