Kultusministerin Prof. Dr. Marion Schick am Salvatorkolleg

Auf Vermittlung durch den örtlichen Landtagsabgeordneten Paul Locherer machte am Montag, dem 21. März 2011 die Kultusministerin der Landes Baden-Württemberg Prof. Dr. Marion Schick einen Besuch am Salvatorkolleg.
Anlass des Besuches war die Diskussion um die Privatschulfinanzierung, die das Salvatorkolleg und die freien Schulen im Land schon seit einigen Jahren beschäftigt. Frau Schick war gekommen, um sich die Anliegen der Schule und vor allem der Eltern anzuhören und dazu auch Stellung zu nehmen.
Nach einer kurzen Vorstellung des Profils der Schule erläuterten die Elternvertreter Fr. Dr. Reuther, Fr. Udris und Hr. Erath ihre Motivation, ihre Kinder auf eine freie Schule zu schicken. Vielen Eltern sei es wichtig, dass an der Schule, die ihre Kinder besuchen, umgesetzt wird, was man verspricht und sagt. Sie schätzen den Handlungsspielraum einer solchen Schule und glauben, dass ihre Kinder in der Entwicklung der eigenen Persönlichkeit besonders gefördert werden.
Herr Staiber, kaufmännischer Geschäftsführer des Salvatorkollegs, erklärte, dass eine Schule, die das leisten soll, auch einer soliden Finanzierung bedarf. Durch verschiedene Veränderungen der Schulstruktur würden die Kosten für den Schulträger immer höher, der prozentuale Anteil der Unterstützung durch das Land sinke allerdings. Herr Staiber sagte, mehr als ein Schulgeld von  Eur 35,00 pro Monat und Familie sei aus Sicht des Schulträgers den Eltern nicht zuzumuten. Alles andere würde gegen die Grundsätze einer christlichen Schule verstoßen, auch wenn Verwaltungsgerichte höhere Belastungen für zulässig halten.
Herr Bürkle, Bürgermeister der Stadt Bad Wurzach, stellte dar, dass das Salvatorkolleg einen wichtigen Platz am Schulstandort Bad Wurzach einnehme. Durch das Salvatorkolleg seien alle Schultypen vor Ort vertreten. Außerdem würden von Bad Wurzach aus wichtige Impulse gesetzt: So etwa durch das erste Bildungshaus Baden-Württembergs in Arnach oder durch das spezielle Schulprofil und die Begabungsförderung am Salvatorkolleg. Ganz abgesehen davon sei die Gemeinde etwa auch bei der Sprachförderung von Migrantenkindern federführend gewesen.

Frau Prof. Schick dankte den Teilnehmern für die interessanten Einblicke in das Schulleben Bad Wurzachs und des Salvatorkollegs. Sie erwähnte einige Projekte der Landesregierung, die in der kommenden Legislaturperiode umgesetzt würden: Der Pakt für Chancengleichheit sei geschlossen. Daraus folge, dass z.B. die Ganztagesschulen aus dem Erprobungsstadium hinauskommen und fest im Schulgesetz verankert werden.
Frau Schick plädierte dafür, keinen Konflikt zwischen Privatschulen und öffentlichen Schulen herbeizuführen. Es gebe gute öffentliche und gute freie Schulen. Wenn es hier Konkurrenz gebe, dann dürfe das nicht zu gegenseitigen Verunglimpfungen führen. Die Eltern suchen ihrer Meinung nach freie Schulen auch deshalb, weil sie hier für eine klare Werteorientierung optieren können. Das sei bei den staatlichen Schulen natürlich nicht möglich, da diese dem Neutralitätsgebot verpflichtet seien.
Für die Ministerin ist es eine Frage, wie man im Land zu einer sinnvollen Schulplanung kommen kann. Da die Errichtung freier Schulen von der Verfassung garantiert ist, komme es immer wieder auch zu Planungsschwierigkeiten an öffentlichen Schulen. Hier würde sie sich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und Abstimmung wünschen, was sie bereits angestoßen habe und was auch auf Seiten der freien Schulträger begrüßt wird.
Für die kommende Legislatur versprach die Ministerin, dass es Gespräche mit den freien Schulträgern geben werde mit dem Ziel, einen verbindlichen Fahrplan dafür zu vereinbaren, wie die 80% Finanzierung der freien Schulen erreicht werden könnte.