Abiturientin Donata Mohr zum Praktikum in Madrid

Unsere Abiturientin aus dem Jahrgang 2010 war im Herbst zu einem Praktikum in Madrid. Ermöglicht wurde dieser Aufenthalt durch die großzügige Unterstützung der Fa. Transsana Grabarits Bad Wurzach. Das Salvatorkolleg dankt für diese Unterstützung, mit deren Hilfe junge Menschen unserer Schule ihren Erfahrungshorizont weiten können. Hier der Bericht von Donata Mohr.

La vida en Madrid

Über ein Projekt bei dem Schulen Kontakt mit ortsansässigen Firmen aufnehmen, die Auslandsstandorte haben, bot sich mir die Möglichkeit eines 4-wöchigen Madrid-Aufenthaltes. In meinen Fall erklärte sich die Firma Transsana Grabarits sofort bereit und so konnte ich über die Stiftung Horizonte  im September 2010 dieses interessante Angebot wahrnehmen.

Die ersten zwei Wochen absolvierte ich einen Sprachkurs bei der TANDEM escuela internacional Madrid und die folgenden zwei Wochen wurde mir durch ein Praktikum Einblick in die verschiedenen Firmenbereiche bei Transsana Hispania, S.L.ermöglicht. So lernte ich nicht nur die Sprache, sondern auch die spanische Lebensart näher kennen und verstehen.

Innerhalb dieser vier Wochen habe ich eine Menge erlebt. Von Beginn an erfuhr ich zum Beispiel die große Offenheit und Wärme der Spanier. Beim Eintreffen in meiner Unterkunft (WG in der Innenstadt) wurde ich allerherzlichst von meiner Señora begrüßt, die mir mit Händen und Füßen auf Spanisch die wichtigsten Einweisungen gab. Einen meiner zukünftigen Mitbewohner wies sie an, mich an nächsten Tag in die Sprachschule zu begleiten. Überrascht war ich, als ich erfuhr, dass es gerade bei der Unterbringung von ausländischen Studenten wohl sehr oft vorkommt, dass ältere, alleinstehende Frauen einen Teil ihrer Wohnung vermieten und dann mit den Studenten dort wohnen. So wurden meine Spanischkenntnisse sicherlich auch durch die vielen Begegnungen und Küchengespräche immer besser :D. Mit meinen Mitbewohnern (drei Amerikanerinnen und ein Engländer) habe ich mich sofort sehr gut verstanden und so freute ich mich abends auf das „Nach-Hause-Kommen“.

In der Sprachschule lernte ich dann auch die wichtigsten Strukturen der Sprache kennen. In einer kleinen Gruppe, die die Anzahl von 10 Leuten nie überstieg und immer eine interessante Mischung von Schülern, Studenten und Berufstätigen bot,  die aus aller Welt kamen und die unterschiedlichsten Beweggründe für den Spanischkurs hatten. Die Nachmittage standen mir meist zur freien Verfügung und so konnte ich am Kulturprogramm der Sprachschule teilnehmen wie ein z. B. ein Pradobesuch, Stadtrundgang, aber auch Paella-oder Tapasessen, um so die Stadt ein  kennen zu lernen. Ich war sehr beeindruckt wie ausgeglichen Madrid eigentlich ist. Es gibt kaum hässliche Ecken und man findet nach 3 Stunden Spaziergang in den Hintergassen immer wieder nette Cafés und schöne Plätze!
Nicht zu vergessen sind natürlich die wichtigen Sehenswürdigkeiten wie der Palacio Real, die Puerta de Sol, der Plaza de Cibeles, der Retiro (mein Joggingpark) oder der Templo de Debod (vor allem bei Sonnenuntergang zu empfehlen!); auch Museen wie der Prado, das Centro de Arte de Reina Sofia oder das Thyssen-Bornemisza sind natürlich legendär, jedoch hat mich der allgemeine Flair der Stadt am meisten beeindruckt. Vielleicht rührt das daher, dass Madrid keine Stadt mit großem geschichtlichem Hintergrund ist. Toledo oder Segovia, die in der Nähe sind, haben in dieser Hinsicht mehr zu bieten!
Auch das Nachtleben ist natürlich legendär, wobei ich mich dort vom typischen Touristentreffpunkt „Sol“ bis zu den auch von Spaniern geschätzten Vierteln wie Malasaña oder Moncloa vorgearbeitet habe.
        
An meinen Praktikamorgen wurde mir dann ein anderer Teil der spanischen Kultur bewusst: Die Spanier sind wesentlich entspannter, was Pünktlichkeit oder das Einhalten von Fahrplänen betrifft. So kommt der Bus immer in einem Zeitrahmen von einer Viertelstunde und man muss versuchen sich schnellstmöglich bemerkbar zu machen, da er die Haltestelle sonst gar nicht anfährt, was ein allmorgendliches Bangen mit sich bringt!
Auch der spanische Tagesablauf unterscheidet sich sehr stark von unserem. Gearbeitet wird von 9 bis 19 Uhr mit einer eineinhalb-stündigen Mittagspause um
14 Uhr. Zu Beginn überstand ich die Kaffeepause um 12 Uhr daher nur mit vielen Keksen, aber nach und nach hab ich mich daran gewöhnt; natürlich auch an die Annehmlichkeit morgens nicht so früh aufstehen zu müssen und sich in der Pause wirklich zu erholen. Wieder positiv überrascht war ich von der freundlichen Aufnahme durch meinem spanischen Chef Señor Fortes und den ganzen Mitarbeitern, die immer wieder versucht haben sich mit mir zu unterhalten und mir zu helfen, obwohl mein Spanisch noch keineswegs konversationssicher war!    
Obwohl meine betriebswirtschaftlichen Kenntnisse sehr beschränkt sind, habe ich doch die Grundabläufe eines Unternehmens verstanden: Anlieferung, Produktion, Auslieferung und die damit verbundenen verwaltungstechnischen Aufgaben wie das Ausstellen von Aufträgen, Lieferscheinen und Rechnungen. Auch das Grundkonzept eines „Private Label“ - Unternehmens erschloss sich mir immer mehr.

Die Abreise nach vier Wochen fiel mir sehr schwer. Ich war gerade an dem Punkt eine spanische Alltagsroutine aufzubauen, als der Heimflug auf dem Plan stand. Ich werde sicherlich die spanische Lebensfreude vermissen und vermutlich auch einige kulinarische Spezialitäten wie „chocolate con churros“, die „tortilla española“ und natürlich die legendäre spanische paella!    

Alles in allem habe ich einen sehr spannenden, abwechslungs- und lehrreichen Monat in Madrid verbracht und möchte mich dafür ganz herzlich bei Herrn Grabarits bedanken, der mir dies alles ermöglichte und mich zudem noch finanziell unterstützt hat!
Nicht zuletzt hat Frau Heine vom Salvatorkolleg in Zusammenarbeit mit der Stiftung Horizonte mir das Angebot nicht nur vermittelt, sondern stand mir auch sonst begleitend zur Seite!      Muchas gracias!

Donata Mohr