Jochen Fähndrich vom Salvatorkolleg Bad Wurzach - bester Teilnehmer des Landes beim Tag der Mathematik in Ulm

Nach mehreren Jahren nahmen wieder einmal drei Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Salvatorkollegs Bad Wurzach am Tag der Mathematik an der Universität Ulm teil. Der Tag der Mathematik ist ein landesweiter Wettbewerb, der gleichzeitig mit identischen Aufgaben in Ulm, Konstanz, Heilbronn, Tübingen und weiteren Hochschulen stattfindet.

Professor Stadtmüller sagte bei der Begrüßung, die Mathematiker seien Generalisten, die eigentlich überall Fuß fassen können, auch dort, wo Mathematik gar nicht so sehr gebraucht werde. Mathe präge das Denken, fördere das logische Denkvermögen.
Allerdings sei die Mathematik an den Schulen auf dem Rückzug!
Schüler bayerischer Gymnasien hätten – wie auch heuer wieder – in den vergangenen Jahren in den Wettbewerben fast immer vorn gelegen. Schließlich gibt es dort auch noch Leistungskurse mit fünf Wochenstunden Mathematik, während es in Baden-Württemberg seit 2003 nur vier sind. Aber mit der um ein Jahr verkürzten Schulzeit werde auch Bayern eine Stunde Mathe verlieren. Schon jetzt registrieren die Professoren, dass die Studenten „weniger wissen“ als früher und dass auch der Umgang mit dem PC die Arbeitsweise verändert.

Angemeldet hatten sich 196 Schüler, darunter fast die Hälfte Mädchen. Doch der plötzliche „Winterrückfall“ sorgte dafür, dass letztlich 150 nach Ulm kommen konnten.
Nach dem Einzelwettbewerb lagen drei Schüler punktgleich in Führung, so dass ein Stechen notwendig wurde; dabei konnten sich die 2 Bayern vor Jochen Fähndrich vom Salvatorkolleg Bad Wurzach platzieren, der damit in Ulm der beste aus dem „Ländle“ war. Für die Sieger gab es eine Urkunde und schöne Würfelpokale, die die Bildungs-akademie der Handwerkskammer Ulm aus Leichtmetall gefertigt und gestiftet hatte.
Es sei angemerkt, dass der Sieger aus Kempten wie auch Jochen einmal pro Monat einen zweitägigen Workshop an der Ulmer Uni für die überregionale Begabtenförderung besuchen, den der Verein für mathematisch begabte Jugendliche Ulm organisiert.

Beim Gruppenwettbewerb mit je bis zu vier Teilnehmern pro Team kamen die besten fünf Mannschaften aus Bayern, die beste aus Baden-Württemberg stellte das Mädchen-Gymnasium St. Hildegard aus Ulm.
Bei allem Lob für die gelungene Organisation des Tages mischten sich durchaus sehr kritische Töne in das Resümee: Längst läuten bei den Mathe-Lehrern wie den Professoren die Alarmglocken; denn das Leistungsniveau der Erstsemester an der Uni verschlechtere sich vehement. In ein paar Jahren könnte sich die mangelnde Klasse durchaus auf die Innovationskraft in der Industrie niederschlagen.

Karl Guter