Freu Dich, O Wurzach!

An diesem adventlichen Sonntagnachmittag prunkten sie um die Wette: das frühklassizistische Interieur der Stadtkirche St. Verena und die musikalische Brillanz der Schülerinnen und Schüler des Salvatorkollegs. Zu diesem Zweck wurden nicht nur alle Register schulischen Musizierens gezogen – neben dem Schulchor und den Schlossbläsern erfreuten die Streicher AG und das neugegründete Querflötenquartett das zahlreich erschienene Publikum – , sondern zudem ein wohlproportioniertes Programm erstellt, das einen musikhistorischen Bogen vom Frühbarock bis zur Gegenwart schlägt.

Bereits der Beginn des Konzerts gab einen Eindruck vom insgesamt hohen Niveau der schulischen Musikabteilungen. Die Streicher AG unter der Leitung von Edeltraud Häusle interpretierte durchweg bekannte und für ein Adventskonzert geradezu verbindliche Werke wie Johann Sebastian Bachs „Wachet auf! Ruft die Stimme“ oder das anspruchsvolle, geradezu meisterhaft gespielte „Pastorale“ von Arcangelo Corelli.

Äußerst abwechslungsreich gestaltete sich die Titelauswahl des Schulchores und seiner neuen Leiterin Christine Halbauer. Mit Kenneth Browns „Glory to thee“ konnte sich das Publikum am Werk eines zeitgenössischen Komponisten erfreuen, musste dabei aber keineswegs auf liebgewonnene Favoriten der Adventsmusik verzichten – natürlich auch nicht auf Händels unverzichtbares „Tochter Zion“, das durch Orgel- und Querflötenbegleitung seine Wuchtigkeit geradezu zur Monumentalität steigerte: Man musste um die Fensterscheiben im Kirchenschiff bangen!

Eine Premiere besonderer Art feierte das von Claudia Wick jüngst gegründete und erstmals auftretende Querflötenquartett der Oberstufe. Das langwierige und mühevolle Stimmen der Instrumente unter den wachsamen Augen und unbestechlichen Ohren der Leiterin zahlte sich aus: Virtuos setzten die vier Flötistinnen das „Flötenquartett in G-Dur“ des Preußenkönigs und Querflötenenthusiasten Friedrich der Große um.

Alte Bekannte im besten Sinne sind hingegen die Schlossbläser, geleitet von Peter Schad. Vorwiegend an frühbarocken Stücken bewiesen die sehr gut harmonierenden Schulmusiker ihre Vortrefflichkeit, sei es bei Henry Purcells einschlägigem „Trumpet Voluntary“ oder bei der kniffligen „Canzona“ Adriano Banchieris, die in orchesterreifer Qualität dargeboten wurde.

Kurzum: Ein für alle Besucher berauschender musikalischer Nachmittag, der aber nicht nur Mitwirkenden und Publikum Anlass zur Freude bot, sondern auch den Schülern  in Diur (Demokratische Republik Kongo). Die dortige Sekundarschule freut sich über großzügige Gaben der Konzertbesucher, die statt eines festen Eintrittspreises zu freiwilligen Spenden aufgerufen waren.

Zum Adventskonzert des Salvatorkollegs Bad Wurzach am 07.12.08

von Markus Benzinger

Bericht im Wurzacher