Wie viel Begabung kann Schule (ver-)tragen?

Am 12. September fand in Hannover die Eröffnung des Deutschen Zentrums für Begabungsforschung und Begabungsförderung (DZBF) unter der Überschrift „Wie viel Begabung kann Schule (ver-)tragen?“ statt. Mit dem wissenschaftlichen Leiter des Institutes, Herrn Dr. Sebastian Renger, arbeitet das Salvatorkolleg seit fünf Jahren zusammen. Dr. Renger hat die Entwicklung der Begabungsförderung am Salvatorkolleg wissenschaftlich evaluiert und für die Formulierung des Konzeptes wesentliche Anregungen beigesteuert. Seine Dissertation ist veröffentlicht und auf der Homepage der Universität Osnabrück zu finden (http://d-nb.info/995576521/34)

Bei der Tagung in Hannover hat der stellvertretende Schulleiter des Kollegs, Herr Klaus Amann, dargestellt, wie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Schulpraxis konkret ausgesehen hat und wie das Konzept der Begabungsförderung am Salvatorkolleg aussieht. Das wesentliche Ergebnis der wissenschaftlichen Untersuchung lautet: Die Beziehungsarbeit zwischen Lernenden und Lehrenden ist die Schaltstelle für gelingende Wissensvermittlung und Persönlichkeitsbildung in der Schule. Herr Amann konnte in seinem Vortrag, der sowohl bei Wissenschaftlern als auch bei Schulpraktikern auf großes Interesse stieß, zeigen, dass diese Beziehungsarbeit in Form der mentoriellen Begleitung von Schülerinnen und Schülern das entscheidende Element der Begabungsförderung am Salvatorkolleg darstellt. Diese Begleitung, in der Lehrerinnen und Lehrer sich zunehmend als Mentoren ihrer Schülerinnen und Schüler verstehen, wurde im Laufe der vergangenen Jahre durch die feste Einplanung von Rückmeldegesprächen noch mehr professionalisiert. In den Rückmeldegesprächen, die die Lehrer mit den Schülern führen, spielen die Ergebnisse der wissenschaftlichen Diagnostik eine wichtige Rolle. Diese Verfahren aber, so Klaus Amann, gelingt nur deshalb, weil auch im „normalen“ Schulalltag die Beziehung zwischen Lernenden und Lehrenden – wie es das Schulprofil formuliert – ein entscheidender Faktor des Unterrichtens und Lebens an der Schule ist.

Prof. Julius Kuhl vom Lehrstuhl für Differentielle Psychologie und Persönlichkeitsforschung an der Universität Osnabrück, an dessen Institut Dr. Renger ausgebildet wurde, sagte auf der Tagung in Hannover: Mit den Erkenntnissen aus dem Bad Wurzacher Projekt können wir allen, die es noch nicht glauben konnten, nun auch wissenschaftlich beweisen, dass die Beziehung der entscheidende Faktor für Bildung ist.