Frühere Schuljahre
Jersey mit einigen seiner Sehenswürdigkeiten

Jersey War Tunnels
Die War Tunnels sind im Zentrum Jerseys lokalisiert, erstrecken sich aber in alle Himmelsrichtungen der Kanalinsel Jersey. Der Komplex besitzt eine ungefähre Gesamtlänge von 1km und befindet sich ungefähr 33,5m geschützt unter der Erdoberfläche.
Adolf Hitler beschloss nach dem erfolgreichen Frankreichfeldzug, auch "Fall Gelb" genannt, die Kanalinseln Jersey und Guernsey zur uneinnehmbaren Festung auszubauen und damit zu einem Teil des so genannten "Nordatlantikwalls" zu machen. Die Insel Jersey sollte durch diverse Verteidigungsstellungen und -anlagen Invasoren der nahe gelegenen englischen Insel davon abhalten, in Frankreich zu landen. Des weiteren war Jersey das einzige britische Territorium, das von Deutschland während des Zweiten Weltkrieges besetzt wurde und stellte somit ein wichtiges Prestigeobjekt und Nahrung für die deutsche Propaganda dar.
Die Anlagen sollte einen Teil der 12000 Soldaten der Deutschen Wehrmacht (319. Division), die auf Jersey während des Krieges stationiert wurden, als Unterkunft dienen. Auch Teile der Kriegsmaschinerie, wie beispielsweise Artillerie, waren in dem so genannten "Ho8" untergebracht. Des weiteren sollten verwundete Soldaten von der Ostfront abgezogen und zur Erholung nach Jersey gebracht werden.
Entstehung:
Nachdem Adolf Hitler die Kanalinseln für den Nordatlantikwall vorgesehen hatte, begann am 21. Oktober 1941 der Bau der so genannten "Hohlgangsanlage 8" (Ho8) durch die Organisation Todt, die für den gesamten Aufbau des Nordatlantikwalls verantwortlich war. Die Organisation Todt war die Bauorganisation für militärische Anlagen im Dritten Reich. Die vorerst noch stationierten deutschen Pionierkompanien führten den Aufbau auch tatsächlich durch, doch nachdem bei einem Einsturz eines der unfertigen Gewölbe einige der deutschen Pioniere ums Leben kommen, werden immer mehr Zwangsarbeiter anstatt deutschen Soldaten eingesetzt.
Im Jahre 1944 veranlasst die Organisation Todt den Umbau des bisherigen Munitionslagers des Komplexes in ein bombensicheres Lazarett. Dieses Lazarett sollte nach Abschluss der Umbauarbeiten 500 verletzte deutsche Soldaten aufnehmen. Immer häufiger wurden Zwangsarbeiter aus allen Ländern für die Bauarbeiten verpflichtet, doch im weiteren Kriegsverlauf und angesichts der drohenden Invasion der Alliierten, der so genannten Operation "Overlord", kamen die Umbauarbeiten der Anlagen fast zum Erliegen.
Ausstattung:
Das Ho8 umfasst unter anderem Operations-, Behandlungs- sowie Waschräume, Stuben für Wachpersonal, Soldatenheime, Unterbringungen des Roten Kreuzes, Nachschub- sowie Munitionsdepots, Werkstätten, Lager für Artillerie und anderer Kriegsmaschinerie.
Informationen zur Leitung:
Die Ziele des heutigen War Tunnels Museum, welches das Ho8 betreut, sind zum einen die Ermöglichung des kostenfreien Zugangs für didaktische Zwecke, zum anderen die Identifikation und Sicherstellung historischer Gegenstände aus der Besatzungszeit (Konservatierung) sowie schließlich die Knüpfung von neuen Beziehungen zwischen korrespondierenden Museen.
Um Touristen und Besuchern des Komplexes Abwechslungsreichtum und neue Vielfalt zu bieten, stehen immer wieder neue Ausstellungen im Vordergrund. So bezeugen beispielsweise "Die gefangene Insel", "Der Garten der Reflektion", "Das lange Warten & Jersey und D-Day", "Hinsichtlich heute", "Stille" von durchschlagendem Erfolg.
Der allgemeine Wert jedoch wird vor allem durch die Fülle an historischem Inventar zum Ausdruck gebracht. Ingesamt 5000 Objekte werden von den Verantwortlichen des Ho8 betreut - eine unglaubliche Zahl, die aus Militärgegenständen wie Gewehren, Uniformen, Abzeichen, usw., Photografien, Nachforschungsmaterialien, Interviews sowie zeitgenössischen Gegenständen Jerseys (Bsp.: "Crystal Radio Sets") zusammengesetzt ist.
Chris Addy
Chris Addy, einer der Verantwortlichen des Ho8, hatte sich dazu bereit erklärt, uns den Einstieg in die Materie der Besatzungszeit zu erleichtern. Wir sprachen mit ihm, wobei vor allem Fragen zu seinem Arbeitsplatz Gegenstand eines kleinen Interviews waren. Mr. Addy interessierte sich bereits von Kindheit an für Geschichte, was nicht zuletzt zu seinem momentanen Arbeitsplatz führte. Erfahrung in der Leitung sowie der Organisation und Kenntnis über den Aufbau eines Museums brachte er bereits zuvor von einigen Anstellungen in britischen Museen mit. Er schätzt die Möglichkeit, in den War Tunnels kreative Elemente auszuschöpfen, Ausstellungen zu planen und Besuchern neue, attraktive sowie ästhetisch-athmosphärische Anreize zu bieten. Dabei ist ihm wichtig, dass die War Tunnels durch das Gleichgewicht einer ausgewogenen Präsentation keinerlei Gefühle von Betroffenen verletzten.
Corbière Lighthouse
Das Corbière Lighthouse, zu dem eine asphaltierte Straße führt, die bei Ebbe befahren werden kann, befindet sich in der Nähe von St. Brelade an der Südwestspitze der Insel. Es ist das Wahrzeichen dieser Gegend - nicht zuletzt auf Grund seines dramatisch gelegenen Standorts. Es erhebt sich nämlich zwischen den vorgelagerten, gezackten Felsen, die das Meer durchbohren und wird täglich von hohen Wellen überspült.
Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass gerade an dieser Stelle ein Leuchtturm errichtet wurde. Bevor dieser existierte, fanden dort viele Seeleute den Tod und zahlreiche Schiffe zerschellten an den Felsen. Außerdem gehen viele Gerüchte über "wreckers" (wörtlich übersetzt: Zerstörer) um, die in früheren Zeiten Boote anlockten, indem sie auf den Felsen Lampen aufstellten, um Lichter auf Fischerbooten zu simulieren. Die Errichtung des Turms setzte diesen erheblichen Problemen ein Ende. Eine Besonderheit des Gebäudes ist auch die Verwendung von Beton, der hier erstmals in Jersey verwendet wurde und sich so vom traditionellen Steinblockbau unterscheidet. Architekt dieses Turms, der 1873 fertig gestellt wurde, war Sir John Coode, dem auch die Widerstandsfähigkeit des Turmes zu verdanken ist. Im Gegensatz zum Leuchtturm, der den Gezeiten schon seit 133 Jahren trotzt, kam schon mindestens ein Leuchtturmwärter durch das Wasser ums Leben. Dieser wollte im Mai 1946 einen Urlauber, der durch das steigende Wasser abgeschnitten war, retten und ertrank dabei. Die Laterne des Leuchtturms ist bei guten Bedingungen rund 18 Meilen weit sichtbar. Zunächst wurde sie durch Paraffinöl betrieben und erforderte so die ständige Aufmerksamkeit des Wärters. Erst seit den 70ern wurde auf elektrischen Betrieb umgeschaltet und so gibt es am Corbière Lighthouse heute keinen Leuchtturmwärter mehr, der einen in Seenot geratenen Touristen retten könnte. Insgesamt ist das Corbière Lighthouse ein eindrucksvolles Gebäude, trotz seiner vergleichsweise geringen Höhe. Das mächtige Nebelhorn, das sich am Fuß des Turms befindet, ist noch nicht sehr alt. Ältere Jerseybewohner können sich noch an den traurigen Klang der alten Glocke erinnern, die damals als "Kuh von Corbière" bekannt war. Dies führt uns zuletzt zu der Bedeutung des Namens "Corbière Lighthouse". Corbière ist schlicht ein Ausdruck für den Platz, an dem sich die Krähen treffen.
Das Corbière Lighthouse, zu dem eine asphaltierte Straße führt, die bei Ebbe befahren werden kann, befindet sich in der Nähe von St. Brelade an der Südwestspitze der Insel. Es ist das Wahrzeichen dieser Gegend - nicht zuletzt auf Grund seines dramatisch gelegenen Standorts. Es erhebt sich nämlich zwischen den vorgelagerten, gezackten Felsen, die das Meer durchbohren und wird täglich von hohen Wellen überspült. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass gerade an dieser Stelle ein Leuchtturm errichtet wurde. Bevor dieser existierte, fanden dort viele Seeleute den Tod und zahlreiche Schiffe zerschellten an den Felsen. Außerdem gehen viele Gerüchte über "wreckers" (wörtlich übersetzt: Zerstörer) um, die in früheren Zeiten Boote anlockten, indem sie auf den Felsen Lampen aufstellten, um Lichter auf Fischerbooten zu simulieren. Die Errichtung des Turms setzte diesen erheblichen Problemen ein Ende. Eine Besonderheit des Gebäudes ist auch die Verwendung von Beton, der hier erstmals in Jersey verwendet wurde und sich so vom traditionellen Steinblockbau unterscheidet. Architekt dieses Turms, der 1873 fertig gestellt wurde, war Sir John Coode, dem auch die Widerstandsfähigkeit des Turmes zu verdanken ist. Im Gegensatz zum Leuchtturm, der den Gezeiten schon seit 133 Jahren trotzt, kam schon mindestens ein Leuchtturmwärter durch das Wasser ums Leben. Dieser wollte im Mai 1946 einen Urlauber, der durch das steigende Wasser abgeschnitten war, retten und ertrank dabei. Die Laterne des Leuchtturms ist bei guten Bedingungen rund 18 Meilen weit sichtbar. Zunächst wurde sie durch Paraffinöl betrieben und erforderte so die ständige Aufmerksamkeit des Wärters. Erst seit den 70ern wurde auf elektrischen Betrieb umgeschaltet und so gibt es am Corbière Lighthouse heute keinen Leuchtturmwärter mehr, der einen in Seenot geratenen Touristen retten könnte. Insgesamt ist das Corbière Lighthouse ein eindrucksvolles Gebäude, trotz seiner vergleichsweise geringen Höhe. Das mächtige Nebelhorn, das sich am Fuß des Turms befindet, ist noch nicht sehr alt. Ältere Jerseybewohner können sich noch an den traurigen Klang der alten Glocke erinnern, die damals als "Kuh von Corbière" bekannt war. Dies führt uns zuletzt zu der Bedeutung des Namens "Corbière Lighthouse". Corbière ist schlicht ein Ausdruck für den Platz, an dem sich die Krähen treffen.
Elizabeth Castle
Elizabeth Castle ist eine gewaltige Festung in der Bucht von St. Helier. Den Kern bildet ein Felsen, auf dem bereits Saint Helier, der wichtigste und bekannteste Heilige der Insel, der im 8. Jahrhundert auf Jersey lebte. Seine Bleibe in einer Höhle kann noch heute besichtigt werden. Der Bau der Festung begann um 1550, als Mont Orgeuil als veraltet galt und aus diesem Grund eine neue Waffen- bzw. Kanonenplattform auf einem hohen Punkt der vorgelagerten Insel benötigt wurde. Der zentrale Abschnitt der Festung wurde ab 1597 auf dem bereits bestehenden Fundament einer Abtei erbaut. Die Bauleitung übernahm ein von Queen Elizabeth geschickter Ingenieur. Die Fertigstellung erfolgte im 17. Jahrhundert. Sir Walter Raleigh, der Gouverneur der Insel, benannte das mächtige Gebäude nach Königen Elizabeth I.
Staatsgeschäfte wurden ab sofort vom neuen Amtssitz, dem Elizabeth Castle, geführt. Während des englischen Bürgerkriegs im 17. Jahrhundert wurde die Festung zu militärischen Zwecken benutzt. Trotz der zeitweiligen Aufhebung der Monarchie in England wurde der Kronprinz durch den Gouverneur Jerseys, bei dem er während seiner Besuche 1646 und 1649 wohnte, als König Charles II ausgerufen. 1651 wurde die mittelalterliche Abtei bei einem Angriff zerstört. Während der Französischen Revolution wollte Frankreich die Insel samt Festung seinem Staatsgebiet hinzufügen, wurde aber von den heimischen Truppen, die unter Francis Pearson kämpften, in der Schlacht von Jersey besiegt und in seine Schranken verwiesen. Im 19. Jahrhundert begann man mit dem Bau einer Verbindung vom Schloss zum Festland. Es wurde ein Hafendamm zwischen der Insel und dem Einsiedlerfelsen gebaut. Im Zweiten Weltkrieg war Jersey in deutscher Hand und die Festung wurde mit Bunkeranlagen und Geschützen den Anforderungen eines modernen Krieges angepasst. Nach der Befreiung durch die britischen Truppen wurde die Festung restauriert und inzwischen ist sie als Museum für die Öffentlichkeit zugänglich.
Das Elizabeth Castle ist zu Fuß nur bei Ebbe erreichbar. Bei Flut kann man nur mit Amphibienfahrzeugen, den "Puddle Ducks", hinüberfahren. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick über die Buchten von St. Aubin und St. Helier sowie über Jerseys Landschaft. Besonders beliebt ist das Schloss bei Brautpaaren, die sich in den alten Mauern der Festung das Ja-Wort geben können.
Hamptonne Countrylife Museum
Hamptonne wurde 1987 vom Jersey National Trust, mit finanzieller Unterstützung durch die States of Jersey (Inselparlament), erworben, von der Société Jersiaise vollständig restauriert und zum Museum umgestaltet. Hamptonne ist nun für die Öffentlichkeit zugänglich und zeigt einige Schlüsselaspekte von Jerseys historischem Landleben auf. Hamptonne ist ein großer Bauernhofkomplex, der drei Häuser, einige Außengebäude und einen Obstgarten umfasst. Die drei Häuser wurden in drei unterschiedlichen Jahrhunderten erbaut und tragen die Namen der Familien, die in Hamptonne gelebt haben: Langlois-Gebäude (17. Jhd.), Hamptonne-Haus (18.Jhd.) und Syvret-Gebäude (19.Jhd.). Die Außengebäude wurden hauptsächlich während des 19. Jahrhunderts hinzugefügt. In der Mitte des Komplexes befindet sich das Hamptonne-Haus. Im Laufe der Jahrhunderte wurde es mehrfach um- und ausgebaut. Ursprünglich bestand es aus einem einzigen Raum, später wurde es aufgestockt. Herrschaft und Bedienstete lebten nun strikt getrennt, das Obergeschoss erhielt sogar einen eigenen Zugang. Auf der anderen Seite des Hofes liegt das Langlois-Gebäude im Stil des britischen Mittelalters. Im Erdgeschoss waren Tiere und Speicher untergebracht, die oberen Zimmer wurden als Wohnraum genutzt. Das Besondere an diesem Gebäude ist der vornehme, im Original erhaltene Kamin. Im Westen steht das 1830 erbaute Syvret-Gebäude. Die Räume sind für Bauernhäuser auf Jersey ungewöhnlich hoch und ähneln eher den für St. Hélier typischen Stadtwohnungen. Im Anbau, in dem sich eine Apfelpresse und Fässer befinden, wird heute noch einmal im Jahr mit den historischen Gerätschaften Apfelwein hergestellt.
Auf der Nordseite des Hofes befinden sich außerdem weitere Ställe und Scheunen, sowie ein Wagen-, Wasch- und Backhaus und der Obstgarten. Das Landwirtschaftsmuseum Hamptonne ist von Ende März bis Anfang November geöffnet und von St. Hélier aus gut mit dem Bus zu erreichen.
La Houge Bie
La Houge Bie ist ein prähistorisches Megalithgrab, welches sich unter einem 13 Meter hohen Grabhügel befindet und auf dessen Spitze eine mittelalterliche Kapelle thront. Es liegt in der Nähe von Grouville, etwa 2,5 Meilen von St.Helier entfernt. La Houge Bie gehört zu den am besten erhaltenen jungsteinzeitlichen Gräbern Europas und ist etwa 6000 Jahre alt. Man vermutet, dass es aus der Zeit um 3800 v. Chr. stammt, was bedeutet, dass es rund 1000 Jahre vor den ägyptischen Pyramiden erbaut wurde. Der Bau besteht aus tonnenschweren Steinquadern und hat einen beträchtlichen Umfang. Das Ganggrab diente als Ruhestätte für Tote und wurde durch die Jahrtausende hindurch bei vielen zeremoniellen und rituellen Bräuchen von den Inselbewohnern benutzt. Neben dem Grabhügel werden in einem Museum archäologische Funde ausgestellt. Während der Besatzungszeit errichteten die Deutschen einen Bunker und Unterstände auf dem Gelände von La Houge Bie, da es einer der höchstgelegenen Orte der Insel ist. Heute können interessierte Besucher dort Dokumentationsräume, in denen die Geschichte der Zwangsarbeiter auf Jersey gezeigt wird, besichtigen.
Mont Orgueil Castle
Das gewaltige Schloss Mont Orgueil liegt an der Ostküste Jerseys in der Bucht von Grouville. Es thront malerisch über der kleinen Hafenstadt Gorey und ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Kanalinsel. Erbaut wurde es im 13. Jahrhundert, um die Insel gegen die Franzosen zu verteidigen. Heute ist es eines der am besten erhaltenen Schlösser Großbritanniens. Im Sommer werden vor der grandiosen Kulisse des Schlosses mittelalterliche Stücke aufgeführt.
Von Mont Orgueil Castle hat man einen herrlichen Rundblick über die Insel Jersey und sogar bis zur französischen Küste.
Zur Geschichte von Mont Orgueil Castle:
Im frühen Mittelalter gehörten die Kanalinseln zur Normandie, die wiederum zu England gehörte. Als im frühen 13. Jahrhundert Philipp von Frankreich die Normandie eroberte, wurden aus den Kanalinseln Grenzposten des englischen Reiches gegen Frankreich. Der englische König John, der gleichzeitig Herzog der Normandie war, wollte die Kanalinseln strategisch nutzen, um die Normandie zurück zu erobern. Daher begann er Anfang des 13. Jahrhunderts, auf Jersey und Guernsey Festungsanlagen zu erbauen. Die Hauptfestung wurde wegen der hervorragenden Lage auf Mont Orgueil erbaut. Da sie auf einem Vorgebirge an der Küste erbaut wurde, war sie durch Klippen, Meer und Gebirge von drei Seiten vor Angriffen geschützt.
Im weiteren Verlauf der Geschichte waren die Kanalinseln immer wieder Grenzposten zu Frankreich, daher wurde die Befestigungsanlage auf Schloss Mont Orgueil immer wieder erweitert und erneuert. Mitte des 15. Jahrhunderts begann eine neue Epoche auf Schloss Mont Orgueil. Durch den Einsatz von Kriegsschiffen mit Kanonen konnte es nun von See her angegriffen werden. Um sich verteidigen zu können, wurden auf Schloss Mont Orgueil ebenfalls Kanonen installiert. Die erste wurde 1470 im eigens dafür erbauten Haslistan Tower, über dem Haupteingang, eingerichtet. In den folgenden 200 Jahren wurde die Befestigungsanlage laufend erweitert um der veränderten Kriegsführung gewachsen zu sein. Die letzten Umbauten wurden zu Beginn des 17. Jahrhunderts durchgeführt. Von da an war Mont Orgueil Castle eine zweitrangige Verteidigungsanlage der Insel Jersey. Der neue strategische Stützpunkt wurde Elizabeth Castle. 1907 wurde es der Bevölkerung von Jersey als historisches Monument übergeben. Bis auf die Zeit der deutschen Besatzung (1940- 1945) blieb es bis heute im Besitz der Bevölkerung von Jersey.
Die Burganlage:
Die Burg lässt sich in 4 Hauptareale teilen, den "Outer Ward", "Lower Ward", "Middle Ward" und den "Keep".
Der größte Bereich ist der "Outer Ward", er befindet sich außerhalb der Burg. Nach dem Eingangsbereich kommt man in den "Lower Ward". In diesem Bereich hielten sich früher nur die Arbeiter auf. Durch das "Queen's Gate" und das "Queen Elizabeth Gate" gelangt man in den "Middle Ward". Im Sommer werden hier mittelalterliche Theaterstücke aufgeführt. In einem abgeteilten Bereich stehen 2 Kanonen, welche für tägliche Vorführungen genutzt werden.
Der höchste Punkt der Burg ist der "Keep". Von diesem Ort hat man einen fantastischen Blick über Gorey und den Hafen. Bei gutem Wetter hat man sogar Sicht bis zur französischen Küste.
Restaurierung und Kunstwerke:
Da die ganze Burg ziemlich verfallen war, investierte der Jersey Heritage Trust (JHT) über 1.5 Mio. £ in die Restaurierung der Burganlage.
Die Mauern waren an vielen Stellen kaputt und wurden mit einem speziellen Material neu gemauert, das den Wetterbedingungen und dem Salzwasser besser standhalten sollte.
Der JHT hat auch viele Kunstwerke zur Geschichte der Insel und der Burg aufgestellt. Ein paar der Kunstwerke werden hier vorgestellt:
Witches in the Castle:
Da während der Hexenjagden in Europa auch Hexen beschuldigte Frauen auf der Insel eingesperrt und gefoltert wurden, stellte Mike Wood im Keller der Burg ein Kunstwerk der Extraklasse auf. Das Stück wurde aus Metall mit speziellen Techniken, ähnlich denen des 16. Jahrhunderts angefertigt. Hinter dem Metallgitter befinden sich viele kleine Metallfiguren, welche der Besucher durch einen Hebel in Bewegung setzen kann. Hierbei entsteht ein grässlicher Ton, der die Schreie der gefolterten Hexen symbolisieren soll.
Equanimity:
In der Great Chamber befindet sich das berühmte Hologramm der Queen. Auch dieser Raum wurde vom JHT komplett renoviert, da alle Balken an der Decke beschädigt waren. Das 3D-Portrait der Queen wurde für den 800.Geburtstag der Union zwischen Jersey und der englischen Krone gemacht. Für dieses Hologramm holte sich Chris Levine berühmte Holographen wie zum Beispiel Dr. John Perry, Robert Munday sowie Jeffery Robb zu Hilfe. Zusammen haben sie das Portrait mit einer speziellen Kamera und Computertechnik entwickelt.
Tree of succession:
Der Baum der Erbfolge befindet sich in der mittelalterlichen Halle. Dieses Werk soll das enge Verhältnis zwischen französischen und englischen Königsfamilien darstellen.
Unter den Köpfen befinden sich Blätter welche die Landeszugehörigkeit darstellen sollen. Das Eichenblatt steht für England, das Buchenblatt für Frankreich.
Bei einem Rundgang durch die Burg begegnen den Besuchern aber noch weitere, schöne Kunstwerke, die von der Geschichte und dem Leben von Jersey erzählen.
Jersey Museum
Das Jersey Museum liegt an der Weighbridge. Es zeigt die Insel, ihre Bewohner, ihre Bräuche und das Handwerk durch die verschiedensten Epochen hindurch bis zur Gegenwart. Das repräsentative Stadthaus, in dem sich das Museum befindet, wurde 1818 erbaut und war bis 1869 in privatem Besitz. Dieses Haus wurde 1893 von der Société Jersiaise erworben, die schließlich das Jersey Museum eröffnete.
Gleich zu Beginn eines Besuches kann man das Audivisual Theatre besuchen, um eine kurze Einführung in die Inselgeschichte zu bekommen. Die spezielle Filmshow erweckt die Geschichte Jerseys zum Leben.
Das sicher wertvollste Ausstellungsstück befindet sich im ersten Stock des Museums, die Gold Torque. Eine auf Jersey gefundene, schwere Goldkette, deren Ursprung auf Irland vermutet wird.
Auf jeden Fall sollte man sich eine Hörprobe des Jèrriais nicht entgehen lassen. Jèrriais ist der auf Jersey gesprochene westnormannische Dialekt.
In der Barreau-Le Maistre Kunstgalerie befindet sich eine beträchtliche Kunstsammlung. Dort sollte man auch einen Blick auf das "Millennium Mosaic", ein Gemeinschafts-Kunst-Projekt, an dem 21 000 Personen über zwei Jahre hinweg mitwirkten, werfen. Die Mosaiken zeigen Szenen vom Leben der Menschen auf Jersey in der Gegenwart und in der Zukunft.
Im zweiten Stock befindet sich die Art Gallery, in der Insellandschaften und zahlreiche Porträts von berühmten Insulanern ausgestellt sind. Neben Gemälden des 19. Jh.s sind auch einige Kunstwerke der Moderne zu betrachten.
Die Merchants House Lobby befindet sich im restaurierten obersten Teil des Kaufmannhauses. Hier sind Schulräume, Schlaf- und Spielzimmer, wie man sie früher auf Jersey hatte, zu besichtigen.
Das mehrfach ausgezeichnete Museum wird seinem guten Ruf durch die hervorragende Sammlung und die technisch anspruchsvolle und einfallsreiche Aufbereitung gerecht.
Martello Tower
Als Vorbild für die sogenannten "Martello Türme" dienten die sarazenischen Genuesertürme. Der Name der Wehranlagen rührt von der Eroberung der Briten 1794 auf Korsika, am "Martello Point", her, bei welchem sie zum ersten Mal Bekanntschaft mit einem solchen Gebäude machen mussten.
Nachdem sich das britische Königreich ausgiebig mit der Struktur und dem Nutzen einer solchen küstennahen Wehranlage auseinandergesetzt hatte, fanden die Martello-Türme schnell ihren Platz an der südlichen und westlichen Küste der britischen Inseln. Doch bereits vor der eigentlichen Entstehungs- und Namensgebungszeit ließ der Governor General Conway sowohl auf Guernsey als auch auf Jersey diese Befestigungen errichten. In Anbetracht der Zeitumstände sollten die rund 100 Türme, die größtenteils zwischen 1804 und 1812, während der Napoleonischen Kriege errichtet worden waren, dazu beitragen, eine eventuelle Invasion der Franzosen abzuwenden.Aufgeteilt war ein Martello Turm in drei Ausbauten:
- Das Erdgeschoss wurde für die Lagerung von Munition, Waffen, Proviant und weiterer Verpflegung genutzt.
- Der erste Stock beherbergte die 24 Mann zählende Garnison mit einem zusätzlichen Offizier, war in mehrere Schlafräume unterteilt und besaß sogar eine Feuerstelle sowie eine Zisterne für versorgungstechnische Aufgaben.
- Das Dach zierte die um 360° drehbare Kanone. Dabei konnten es je nach Ausführung und zu überwachendem Küstenabschnitt bis zu zwei Kanonen sein.
Die Türme besaßen eine Höhe von 12 - 15 Metern.
Ursprünglich wurden die Martello Türme zum Schutz der britischen Küste vor der napoleonischen Flotte erbaut - sie sollten eine Invasionsstreitmacht frühzeitig entdecken und sie soweit unter Beschuss nehmen, dass sie nicht an der Küste landen, sich formieren und in irgendeiner Weise eine Gefahr für das britische Königreich darstellen konnte. Angesichts der vorrübergehenden napoleonischen Gefahr einer Invasion wurden die Martello Türme, die kaum wirklichen Nutzen gefunden hatten, fester Bestandteil der früheren Küstenwache, die in den Türmen vor allem einen Vorteil in der Bekämpfung des Schmuggels sah. Einige der Türme wurden aber einfach der See überlassen, für andere Zwecke abgerissen oder als Testobjekte für neue Artilleriemodelle genutzt. Im Zweiten Weltkrieg fanden die Martello Türme erstmals wieder militärischen Verwendung - zur Entdeckung und Vernichtung der feindlichen, deutschen Luftwaffe befestigte man auf der obersten Plattform mehrere Flaks und quartierte dort eine gewisse Anzahl von Soldaten als Garnison ein.











