Umwelt/Klimawandel

Fakten:
Das Thema Klimawandel und Umweltschutz spielt in der politischen Debatte in Jersey keine große Rolle, da es als Zwergstaat im Vergleich zu den USA oder China nicht viel bewirken kann. Außerdem sagen die schlimmsten Prognosen für Jersey nur einen Anstieg des Meeresspiegels um 90 cm bis 2080 voraus. In der Zusammensetzung der Lebewesen, die das Land und das Meer bewohnen, lassen sich im Moment noch keine großen Veränderungen beobachten, so dass es auch im Bewusstsein der Bevölkerung noch keine Rolle spielt (" If you speak to farmers about that, well, they think you're mad").
So sind auch kurzfristig keine erneuerbaren Energiequellen vorgesehen ("In the short term we do practically nothing"). Langfristig besteht jedoch ein riesiges Potential, indem die Tide zur Energieerzeugung genutzt werden könnte.

Es gibt aber bereits heute so etwas wie eine Ökosteuer, so dass die Treibstoffpreise ähnlich hoch sind wie in Deutschland. Die Einnahmen daraus fließen in einen Fonds, der für Umweltprojekte, wie den Aufbau eines Recycling-Systems, genutzt wird.
Mit der Einhaltung des Kyoto-Protokolls hat Jersey ebenfalls keine Probleme, da es seine CO2-Emissionen um 12 % dadurch gesenkt hat, dass das einzige Kohlekraftwerk der Insel abgeschaltet wurde und nun Atomstrom aus Frankreich eingekauft wird.

Stimmung in der Bevölkerung:
Cohen bedauert, dass die Bevölkerung von Jersey den Klimawandel noch nicht ernst nimmt ("Firstly they're not convinced…, secondly they say, well, Jersey is a little place, nothing much we can do, so what's the point. The third is, well, if we can do something that won't cost us anything that's good, but if we got to pay for it it's a real problem"). Maßnahmen sollten nichts kosten und keine Mühe machen, da sie der Meinung sind, dass Jersey wichtigere Probleme haben (" The people in Jersey are not switched on to recycling, climate change, waste or any of these issues, they live in a vacuum...they ask about housing issues, immigration, more money..."). Wie wenig die Bevölkerung vom Umweltschutz begeistert ist, zeigte sich, als Freddy Cohen Umweltsteuern einführen wollte, was jedoch schon mehrmals scheiterte ("I've never had such a negative reaction; the first e-Mail I have seen the day I announced the proposal of environmental taxes started: you arrogant bastard!").
Um diese Einstellung zu verändern, wurde eine große Informationskampagne gestartet, die die Bürger über den Klimawandel und Recycling informiert, was zum Beispiel auf der Homepage www.eco-active.com geschieht. Sie wurde am ersten Tag 30.000 Mal aufgerufen und tausende Insulaner haben sich registriert, was zeigt, dass trotz aller Vorurteile doch starkes Interesse vorhanden ist.
Um weitere Insulaner zu überzeugen, war im April 2007 Sir David King, der Berater der britischen Regierung in Sachen Klimawandel, zu Gast, referierte in Schulen und führte Gespräche mit der Regierung ("I have arranged a dinner with the council of ministers, so he can educate the council of ministers because they're not entirely convinced").