Kulinarisches

Jersey hat viele angenehme Seiten. Aber vor allem Zeitgenossen, die gerne essen und trinken, sind auf der Kanalinsel genau richtig. Denn Jersey hat viele Spezialitäten zu bieten. Probieren lassen sie sich fast überall - immerhin gibt es rund 200 Restaurants.
Wer über die Kanalinsel fährt, kann die Kartoffelfelder gar nicht übersehen, die oft bis zum Horizont reichen. Allerdings ist Kartoffel nicht gleich Kartoffel, jedenfalls nicht für den Jerseyaner: Die Inselbewohner schwören auf die "Jersey Royals", eine frühe Sorte mit dünner Schale, die schon im Mai geerntet wird und die ähnlich wie Spargel nur eine kurze Saison von knapp zwei Monaten hat. "Jersey Royals for sale", heißt es entlang der Straße oft: Dort können die Gourmet-Kartoffeln dann in einer "Honesty Box" gekauft werden - der Kunde bedient sich einfach und hinterlegt das Geld.
Die Preise auf Jersey sind insgesamt nichts für Schnäppchenjäger, "Jersey Royals" sind nicht gerade günstig: "1 Pfund für 1 Pfund" ist die Faustregel, umgerechnet also etwa 3,20 Euro das Kilo. Gerade am Anfang der Erntezeit kann es aber auch noch deutlich mehr sein. Auf Jersey werden die "Royals" möglichst klein bevorzugt.

Spider Crabs: "very delicious", jedoch mit einer gewissen Vorsicht zu verzehren.

 

Eine besondere Spezialität sind die Milchprodukte der Insel, die von der Jersey Cow stammen. Die braunen Vierbeiner werden vor allem als Milchvieh gehalten und sollen sich insbesondere dadurch auszeichnen, dass ihre Milch ausgesprochen gehaltvoll ist. Butter und Sahne daraus gelten ebenfalls als Delikatesse - zumindestens bei Zeitgenossen, denen ihr Cholesterinwert egal ist.
Eine weitere Spezialität Jerseys ist die "Black Butter", eine Art Marmelade, die aber nicht schwarz, sondern allenfalls dunkel aussieht - und ebenfalls für einen stolzen Preis gehandelt wird.. Ein Gläschen mit 225 Gramm kostet rund 4 Pfund (6,40 Euro).
Sie schmeckt lecker fruchtig nach Apfel, Cider und Zitronen; auch ein Hauch Zimt gehört ins Rezept. Dass in "Black Butter" Cider steckt, also der für Großbritannien typische Apfelwein, ist alles andere als ein Zufall: Cider war einst das Getränk auf Jersey schlechthin und ein Exportschlager Richtung England. Fast jeder Bauer hatte in früheren Jahrhunderten Apfelbäume, um Cider herstellen zu können.
Überhaupt gibt es auf Jersey einige Leckereien für den Frühstückstisch: z.B. "Blackcurrant Jam" und "Port Redcurrant Jelly", Marmelade aus schwarzen Johannisbeeren und Gelee aus roten mit einem Schuss Portwein - exquisit.
Vor allem aber ist Jersey reich an Genüssen aus dem Meer. Wer Fisch und Muscheln mag, hat es auf der Kanalinsel gut getroffen. Zum Einkaufen oder nur zum Bummeln, was schon interessant genug ist, bietet sich der Central Market am Halkett Place in St. Helier an. An den Ständen in der alten, ausgesprochen schönen Markthalle unter einer Glaskuppel breiten die Fischhändler den frischen Fang aus. Beim Anblick von Krebsen, Miesmuscheln, Austern und King Prawns läuft so manchem Seafood-Fan das Wasser im Mund zusammen.