Frühere Schuljahre
Häftlinge aus Bergen-Belsen
Dass sie in Wurzach im Vergleich zu anderen Opfern des Nationalsozialismus relativ gut behandelt wurden, wurde auch vielen Internierten erst richtig bewusst, als jüdische Häftlinge aus Bergen-Belsen eintrafen. Sie waren in zwei Transporten im Herbst und Winter aus diesem Konzentrationslager nordöstlich von Hannover nach Süddeutschland verbracht worden, um über die Schweiz gegen deutsche Staatsbürger in alliierter Hand ausgetauscht zu werden. Doch musste ein Teil der Gruppe ohne Angabe der Gründe in Ravensburg den Zug zu verlassen. Zu ihrem Glück wurden sie nicht nach Bergen-Belsen zurücktransportiert, sondern auf die württembergischen Internierungslager in Liebenau, Biberach und Wurzach verteilt. Die meisten von ihnen waren "Doppelstaatler", d.h. sie besaßen auch noch die britische oder amerikanische Staatsangehörigkeit oder wenigstens Papiere von süd- und mittelamerikanischen Staaten. Nach Berichten der Internierten aus Jersey waren die 72 jüdischen Häftlinge bei ihrer Ankunft in einem erbärmlichen Zustand, völlig ausgehungert und verängstigt. Durch die bessere Ernährung und die zusätzlichen Rotkreuz-Pakete erholten sie sich aber relativ schnell und erlebten, mit einer Ausnahme , in Wurzach ihre Befreiung