Die Kanalinseln

Die Kanalinseln, Channel Islands oder Iles Normandes, am südlichen Rand des Ärmelkanals im Golf von St. Malo gelegen, bestehen aus sieben bewohnten Inseln und einigen vorgelagerten Felsen. In einer Entfernung von 15 km zur normannischen Halbinsel und 90 km Entfernung zur englischen Südküste gelegen, haben die Inseln eine Gesamtfläche von 198 Quadratkilometern, in etwa vergleichbar mit der Fehmarn und kleiner als die Gesamtgemeinde von Bad Wurzach. Insgesamt leben auf den Kanalinseln ca. 150000 Menschen. Kennzeichnend für die normannischen Inseln ist ihr durch den Golfstrom bedingtes sehr ausgeglichenes, mildes Klima und ihre für europäische Verhältnisse sehr artenreiche Vegetation, die auf Jersey, der größten der Kanalinseln jedes Jahr mit der sogenannten Battle of Flowers gefeiert wird. Die einzigen größeren Städte auf den Inseln sind St. Peter Port, die Hauptstadt von Guernsey, und St. Hélier, die Hauptstadt von Jersey.
Im Laufe der Geschichte lagen die Kanalinseln immer in einem Spannungsfeld zwischen der französischen und der britischen Herrschaft, was die Kultur der Inseln mit einer Mischung aus französischen und englischen Einflüsse sehr geprägt hat. Die Kanalinseln haben einen politischen Sonderstatus, sie sind zwar als letzter Rest des Herzogtums Normandie der englischen Krone direkt unterstellt, jedoch nicht Teil des Vereinigten Königreiches. Die Inseln bilden deshalb zwei, von der englischen Regierung völlig unabhängige Staaten, die States of Jersey , sowie die States of Guernsey, zu denen auch Alderney, Herm und Sark gehören. Für beide Staaten ernennt die Krone ihren Vertreter, den Baillif, der Präsident der States, Verwaltungschef und Vorsitzender des Royal Court (königlicher Gerichtshof) ist. In beiden Staaten gibt es weder Parteien noch Berufspolitiker. Ihr Haupteinkommen beziehen die Kanalinseln aus dem Finanzgewerbe (55% des Bruttosozialprodukts), gefolgt von Tourismus, Landwirtschaft, Fischerei und einer relativ unbedeutenden Industrie. Die beiden großen Inseln Jersey und Guernsey besitzen eine eigene Währung, es kann jedoch überall mit englischen Pfund bezahlt werden.

 

Inselrivalität

Zwischen den beiden größten Inseln, Jersey und Guernsey, herrscht eine mehr oder weniger starke Rivalität. Vor allem auf Guernsey ist das geschäftige und reiche Jersey nicht besonders beliebt. Jersey dagegen fühlt sich über jede Konkurrenz erhaben. Die Bewohner von Jersey werden von den Bewohnern Guernseys "toads" (Kröten) genannt, die ihrerseits die Bewohner von Guernsey als "donkeys" (Esel) bezeichnen.
Auch Alderney nimmt am Konkurrenzkampf um die Schönheit der Inseln unerschütterlich teil, obwohl die Insel als das Aschenputtel der Kanalinseln gilt.