Wenn Lehrer lernen… Supervision der Lernbegleiter und Mentoren durch das DZBF

Mit Freude haben wir im Jahr 2011 den Abschluss der bundesweit (offen gesagt: weltweit) ersten Begabungspsychologischen Lernbegleiter (BPLB) gefeiert. In einer intensiven Weiterbildung haben sich neun Kollegen des Salvatorkollegs auf innovative, individuelle und pädagogisch-psychologische Wege der Begabungsförderung eingelassen. Es war als Begleiter unserer ersten BPLB-Gruppe eine Freude, euch bei diesem Weg zu erleben und zu unterstützen. Und damit dieses Wissen, das Verständnis verschiedener Begabungen und die Wahrnehmung, was jede einzelne Schülerin und jeder einzelne Schüler an Begleitung benötigt, lebendig bleiben, bereichern wir uns regelmäßig mit neuen und vertiefenden Themen – so auch am 15. Februar. Wir treffen uns dazu immer am gewohnten Ort im Kloster in Rot an der Rot.

Und bei uns in der Gruppe geht es hoch vernetzt, wissenschaftlich und individuell zu. Die Vielfalt einer ganzen Schule spüren wir immer auch in unserer kleinen BPLB-Gruppe. Und die Inhalte der Begabungspsychologie des DZBF sind komplex. Es geht um Emotionen, Kognitionen, Ziele, Motivationsformen, Selbststeuerung und auch Bedürfnisse, die in einer persönlich einmaligen und individuellen Zusammensetzung agieren müssen, damit sich Fähigkeiten entfalten. Auch wenn wir stets fachlich arbeiten, geht dies in unserer ganz eigenen BPLB-Stimmung, weil wir in hoher Wertschätzung und Zugewandtheit diese Themen auch untereinander im Blick haben. Dieses Erleben ist für mich als euer BPLB-Begleiter die höchste Form und das Kostbarste im gemeinsamen Lernen und Arbeiten.

Dieses Mal haben wir uns verstärkt um die motivationale Begabungsausschöpfung gekümmert, haben die Arbeit mit der Potenzialanalyse TOP (Trainingsgestützte Osnabrücker Potenzialdiagnostik nach Prof. Dr. Julius Kuhl) intensiviert und gleichzeitig die ressourcenorientierte Gesprächsführung gefestigt. Und wie die Bilder beweisen, habe ich mich als euer „Lehrer“ gerne in die offenen Beratungshände von euch begeben.

Am 16. Februar fand dann die Supervision zum neuen Projekt „Bewusstmachung mentorieller Begleitung (BmB)“ statt, in der BPLB’ler und LBM’ler (Lernbegleitende Mentoren) ihre Erfahrungen mit einem Projekt zur Ressourcenaktivierung und Begabungsannahme reflektiert und weiter qualifiziert haben. In einem (auch hier bundesweit) innovativen Konzept haben die Kollegen die Themen der modernen Begabungsforschung und Motivationsförderung mit unterschiedlichen Methoden und Gruppenarbeiten schulpraktisch werden lassen. So ist ein sehr aussichtsreiches Modell zur Begleitung einer gesamten Schulklasse entstanden, in dem aber jede Schülerin und jeder Schüler die Chance zu intensiver Selbstreflexion erfahren kann. Entstanden ist dieses Projekt durch die hohe Motivation und den Selbstbezug der beteiligten Kollegen.

Und nun einmal persönlich: Es ist mir eine Freude, jede und jeden von euch in seiner Arbeit zu erleben und etwas begleiten zu können. Wenn wir zusammen arbeiten, lerne ich immer wieder von euch, dass sich hoch fachliches und tiefes Wissen mit persönlicher Involviertheit und Präsenz verbinden lässt. Lernen findet in Beziehung statt – das spüre ich bei jedem Zusammenkommen mit euch. Und ich bin dankbar über diese Erfahrung, die jedes Mal nur eine Kostprobe sein kann, wie ihr eure Schülerinnen und Schüler begleitet. Herzlichen Dank.

Bereits jetzt in Freude auf unsere weiteren Wege,
euer Sebastian (Renger)
Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter DZBF
(Deutsches Zentrum für Begabungsforschung und Begabungsförderung, gGmbH, Minden)

Teilnehmer Supervision BPLB: Peter Allgaier, Markus Benzinger, Andreas Brade, Thomas Epting, Kerstin Gmünder, Josef Heine, Thorsten Schmidt, Alfred Schönit, Florian Tobisch
Teilnehmer Supervision BmB: Peter Allgaier, Andreas Brade, Alexander Notz, Thorsten Schmidt, Frank Schmuck, Barbara Zinser